Freinetpädagog*innen wollen weder MIKA-D noch Ziffernnoten

Freinetpädagog*innen wollen weder MIKA-D noch Ziffernnotenzwang  Bild:spagra
Freinetpädagog*innen wollen weder MIKA-D noch Ziffernnotenzwang Bild:spagra

Offener Brief der Kooperative Freinet Österreich -

Freinetgruppe Wien - Atelier Schule

 

An das
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung
Univ.Prof. Dr. Heinz Faßmann

Stellungnahme der Freinet-Fachtagung 2019

 

Auf unserer jährlichen Fachtagung beschäftigen wir uns immer mit der aktuellen bildungspolitischen Situation an den österreichischen Schulen. Mit diesem Schreiben möchten wir auf einige Neuerungen Bezug nehmen und Sie als Verantwortliche davon in Kenntnis setzen.


Freinetpädagog*innen wollen keine verpflichtende der Ziffernnoten-Beurteilung
Als Freinet-PädagogInnen wenden wir uns vehement gegen die verpflichtende Wiedereinführung der Ziffernnoten-Beurteilung. Ziffernnoten sind nicht in der Lage, objektiv den Leistungsstand eines Kindes abzubilden.
Wir begreifen Schule als Ort der Wissensvermittlung und -aneignung, an dem angstfreies, lustbetontes, forschendes, entdeckendes Lernen ermöglicht werden soll und wir meinen, dass die jetzt immer früher stattfindenden standardisierten Testverfahren dem entgegenwirken. („Teaching for the test“).
Wir wenden uns auch dagegen, dass u.a. durch den Zwang zur „Entindividualisierung“ unserer SchülerInnen, die im österreichischen Lehrplan verankerte Methodenfreiheit immer stärker eingeschränkt wird.


MIKA-D Testung mit gefährlichen Nebenwirkungen
Im Speziellen sehen wir eine große Gefahr bei der MIKA-D Testung. Unsere Kritik richtet sich weniger gegen das Testinstrument, das LinguistInnen nach wissenschaftlichen Forschungskriterien erstellt haben, sondern gegen die damit verbundenen Konsequenzen:
Kinder entwickeln sich unterschiedlich, so auch in ihrem Spracherwerb. Dazu passt der Text von Celestin Freinet: Adler steigen keine Treppen.
Der Test als Messinstrument entscheidet über die Lernbiographie eines Kindes, was besonders in den NMS zum Tragen kommt, wenn dort Jugendliche beschult werden sollen, die zwei oder drei Jahre älter sind als ihre MitschülerInnen. Das führt neben individuellen auch zu sozialen Problemen im Klassenverband.
Die kurzfristige Aufforderung des Ministeriums, die MIKA-D-Testung ohne Zurverfügungstellung zusätzlicher Ressourcen an den Schulen durchzuführen, sehen wir als Geringschätzung unserer Arbeit. Denn wie werden diese Testungen durchgeführt? Die verpflichtende Einschulung soll zusätzlich unbezahlt erfolgen, Doppelbesetzungen werden zeitweise aufgelöst, spezieller Förderunterricht kann nicht stattfinden, weil LehrerInnen für die Testungen abgezogen werden. Den Hinweis, die Stunden soll mit dem Topf C (im alten Dienstrecht) gegengerechnet werden, empfinden wir als zynisch, nachdem das Schuljahr schon sehr weit fortgeschritten ist.
Abschließend halten wir fest, dass wir Schulautonomie anders verstanden wissen wollen, denn als Instrument, um damit Kürzungen zu exekutieren.

Beschlossen von der Vollversammlung der Fachtagung Freinetpädagogik im Schloss Zeillern am 15.4.2019

Dieser Brief ergeht ebenso an sämtliche Bildungsdirektionen
Rückfragen an den Vorstand der Kooperative Freinet Österreich: freinet.central@gmx.at

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PV-Akademie - neuer Veranstaltungsort - Junge Lehrer*innen

Eine Veranstaltung der VLI und UBG mit der PV-Akademie: Junge lehrer*innen  Bild: Folder
Eine Veranstaltung der VLI und UBG mit der PV-Akademie: Junge lehrer*innen Bild: Folder

Eine Veranstaltung der VLI und UBG


Informationsabend für Unterrichtspraktikant*innen, Junglehrer*innen und zukünftige Lehrer*innen
 

Donnerstag, 02. Mai 2019
18:00 Uhr bis 20:00 Uhr

DORNBIRN, Vorarlberger Hof

 

Mein Einstieg als Vertragslehrer*in

Magdalena Stadler, Bildungsdirektion

  • Was muss ich beachten?
  • Wie sieht die Situation für meine Fächer aus?
  • Wer sind meine Ansprechpartner?
  • u.a. Fragen & Antworten

SHORT INPUTS

  • Wozu Begabtenförderungen?
    Verena Clumetzky-Schmid, Bildungsdirektion
  • Was Kinder stark macht - Impulse existenzieller Pädagogik
    Christian Kathan, Erziehungswissenschaftler

Organisation - Auskunft:
Gerhard Pušnik: bagme.pusnik@gmail.com

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Message-Control: Das BIFIE hat "zu berichten, was gehört werden will.“

Die politisch fragwürdige „Reorganisation“ der Statistik Austria ist fix. Jetzt folgt die Umstrukturierung des BIFIE.

 

Kanzleramt übernimmt die die Koordination der Außenkommunikation 

Der vom Kanzleramt angezettelte Umbau der Statistik Austria ist seit letzter Woche fix. Das Aufsichtsgremium der Statistik Austria, der Wirtschaftsrat, der großteils aus Vertreter*innen der Ministerien besteht, hat die Änderungen wie erwartet abgesegnet. Das bedeutet, die Presseabteilung wird radikal verkleinert und die Abteilung für Analyse aufgelöst. Das Kanzleramt werde in Zukunft de facto deutlich mehr Einfluss auf die Statistik Austria haben und die Koordination der Außenkommunikation mitübernehmen, ist der zentrale Vorwurf der Kritiker.

 

Stichwort Message-Control.
Auch beim geplanten Umbau des BIFIE gehe es um mehr Einfluss der Regierung: Aus dem 2008 vom Nationalrat eingerichteten Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE) wird eine "nachgeordnete Dienststelle" im Bildungsministerium. Es bekommt auch einen neuen Name: Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Bildungswesen (IQS). Und es geht, wie bei der Statistik Austria, vor allem um Message-Control.

Kritik kommt von Bildungsexpert*innen und der Opposition. Sonja Hammerschmid (SPÖ) sieht ein "schwarz-blaues Gängelband für evidenzbasierte Bildungspolitik". Für Douglas Hoyos (NEOS) ist eine "echte Qualitätssicherung und Evaluierung“ nur durch „eine externe und unabhängige Einrichtung und keine Dienststelle im Ministerium" möglich.
Bildungsminister Heinz Faßmann versichert zwar die Unabhängigkeit des neuen Institutes. Es werde keine „geschönten oder verzerrte" Ergebnisse geben. Denn die Unabhängigkeit werde im Gesetz festgeschrieben und ein von ihm nominierter wissenschaftlichen Beirat werde dies überwachen.

 

"Dadurch wird die wissenschaftliche Unabhängigkeit nicht sichergestellt", entgegnet Bildungswissenschafter Stefan Hopmann von der Uni Wien im STANDARD-Gespräch mit Lisa Nimmervoll. "Auf konkrete Ergebnisse und den Spin der Ergebnisse hat so ein Beirat überhaupt keinen Einfluss“, stellt Hopmann, der selbst Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Bifie war, klar.


…. berichten, was gehört werden will
Das neue Institut (IQS) werde eine „nachgeordnete Statistikverwaltung, die zu berichten hat, was gehört werden will“, ist sich Hopmann sicher. Es gehe wie bei der Umgestaltung der Statistik Austria um Message-Control, und die „spielt im postfaktischen Zeitalter ja eine große Rolle."

 

Dass angesichts der türkis-blauen Aktion, die Statistik Austria enger an das Bundeskanzleramt anzudocken, über 300 Forscher*innen in einem offenen Brief an Minister Faßmann - der jetzt dabei ist, das BIFIE in eine seinem Ministerium "nachgeordnete Dienststelle" umzubauen - ihn auffordert, sich für die Unabhängigkeit der Statistik Austria einzusetzten, damit diese "weiterhin ohne politische Einmischung valide und zuverlässige Daten generieren und analysieren kann", entbehrt nicht einer gewissen Ironie.  

ms

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