Sexualerziehung und die ÖVP: Salzmann und Taschner haben offensichtlich einiges nicht verstanden!

Bild Gernot Pedrazzoli - bearb:spagra  Presseaussendung ÖVP-Presseklub: "Sexualerziehung ohne Beiziehung von schulfremden Personen oder Vereinen, sondern durch an der Schule wirkenden Pädagoginnen und Pädagogen"
Bild Gernot Pedrazzoli - bearb:spagra Presseaussendung ÖVP-Presseklub: "Sexualerziehung ohne Beiziehung von schulfremden Personen oder Vereinen, sondern durch an der Schule wirkenden Pädagoginnen und Pädagogen"

Sexualpädagogik:

ÖVP und FPÖ wollen keine Vereine mehr an Schulen

 

Kommentar von Manfred Sparr

 

Sie, die Vertreter*innen der ÖVP im heutigen Unterrichtsausschuss haben es doch getan, was aufgrund der Diskussion in den letzten Tagen um das Thema Sexualerziehung in den Schulen kaum mehr jemand für möglich gehalten hat: Die ÖVP, allen voran die ÖVP-Abgeordneten Gertraud Salzmann und Rudolf Taschner haben gemeinsam mit der FPÖ einen Entschließungsantrag eingebracht, der zukünftig den Einsatz von externen Vereinen für den Sexualkundeunterricht in Schulen nicht mehr erlaubt.

 

Kein Durchkommen von Argumenten
Argumente und Aufklärung dringen offensichtlich immer weniger in das, vom neuen alten Wertekanon von der Umwelt abgeschotteten türkisblauen Lager,  vor. Dementsprechend schwer tun sie sich auch damit, ihre Entscheidungen nach Außen zu argumentieren: Nach vielen öffentlichen Diskussionen in den letzten Monaten wurde deutlich, dass eine Vielzahl an Vereinen in unseren Schulen sexualpädagogische Unterrichtseinheiten anbietet. Allerdings sind vermehrt Beschwerden – die verschiedensten Vereine betreffend – von Eltern eingelangt. Die hier für dieses sensible Thema wichtige weltanschauliche Neutralität wurde oftmals nicht eingehalten, windet sich Salzmann, Taschner und Co in der heutigen Presseaussendung des ÖVP-Parlamentsklubs. Dass die allermeisten höheren Schulen das Angebot von sexualpädagogischen Workshops durch externe Spezialist*innen nutzen, weiß man nicht erst seit der öffentlichen Diskussionen in den letzten Monaten. Salzmann und Taschner jetzt herhören! In die berechtigte Kritik geraten ist EIN Verein, der christlichen Verein TeenSTAR*, und nicht verschiedenste Vereine.
Der Rest der Presseaussendung ist eine quälende Wiederholung von vermeintlichen Argumente, die im Rahmen der Diskussion in den letzten Tagen samt und sonders von Eltern, Schüler*innen, Praktiker*innen und Expert*innen bis ins letzte Detail widerlegt wurden.

Ein Frage an die ÖVP-Abgeordneten Salzmann und Taschner: Was haben Sie in der Diskussion nicht verstanden?

Ich gebe nicht auf, ich möchte auch dass Sie, Frau Salzmann, Herr Taschner davon überzeugen und Ihnen dabei helfen zu verstehen, dass Ihr aktueller Antrag eine wichtige Säule der Sexualpädagogik gefährdet, weil Sie damit Vereine und damit professionelle externe Fachkräfte an Schulen verbieten.
Deshalb bitten ich Sie:

  • Lesen Sie den Informationstext zur Petition: #redmadrüber – Für qualitätsvolle Sexualpädagogik an Österreichs Schulen und teilen Sie uns, den geschätzten Leser*innen der oeliug.at, mit, was Sie davon nicht verstanden haben?
  • Schauen Sie sich das kurze Informationsvideo der Plattform Sexuelle Bildung an. Alles klar?. Wenn nicht, wenden Sie sich an eine*n der vielen Expert*innen, die sich in der Diskussion zu Wort gemeldet haben. Sie finden Sie leicht im FB, auf twitter und vor allem in der sehr langen Liste der Unterstützer*innen der Petition: #redmadrüber.

* Bereits nach der Diskussion um den christlichen Verein TeenSTAR, der unter anderem Homosexualität als heilbares Identitätsproblem und Selbstbefriedigung als schädlich dargestellt haben soll (derStandard), empfahl Exbildungsminister Faßmann den Schulen, nicht mehr mit diesem Verein zusamen zu arbeiten.
Für das von Faßmann vorgeschlagene Akkreditierungsverfahren für sexualpädagogische Vereine, die mit Schulen zusammenarbeiten, umgesetzt werden und damit für eine Qualitätskontrolle spricht sich auch Martina Kronthaler Generalsekretärin von aktion-leben-österreich aus: „Wir sind für Qualitätskontrolle. Wir sind für eine gute Information der Eltern und völlige Transparenz, was in den Workshops passiert. Aber alles zu untersagen, aus Angst oder weil man das sexualpädagogische Angebot nicht versteht, ist völlige Resignation. Ist das die Freiheit, die sich die ÖVP und die FPÖ vorstellen? Es sollte Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern zugetraut werden, dass sie wissen, für welche Angebote sie sich entscheiden und was ihre Kinder brauchen".
ms

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Teacher for Future: #Klimaherbst 2019!

Eine (kostenlose) Einschaltung von Teachers for Future Österreich TFF

 

Kurz vor Schulschluss möchten wir uns mit einer Bitte an euch wenden. Die Abschlusskonferenzen stehen an den meisten Schulen bevor und wir erachten diese als wichtige Gelegenheit, um einige bedeutende Informationen, die den Sommer und vor allem den Herbst betreffen, zu teilen.
 
Wir bitten euch, das Infoblatt und die Newsletter-Anmeldeliste im Anhang zu drucken und die Abschlusskonferenz zu nutzen, um Teachers for Future vorzustellen. Wir hoffen, so noch weitere Mitstreiter*innen gewinnen zu können, die sich für unser gemeinsames Anliegen Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einsetzen!
 
Wir können als Pädagog*innen wie kaum eine andere Berufsgruppe das nötige Klimabewusstsein in der Bevölkerung schaffen, da unsere Informationen und Unterrichtsthemen tagtäglich tausende Schüler*innen erreichen und wir gemeinsam mit ihnen Aktionen durchführen können. Um noch erfolgreicher zu sein, brauchen wir aber dringend weitere engagierte Kolleg*innen.
 
Daher unsere Bitte bzw. unser Vorschlag:

  1. Meldet euch bei der Konferenz und informiert eure Kolleg*innen über TFF
  2. Regt sie dazu an, sich in die Liste (>> Download <<) einzutragen und somit den TFF-Newsletter zu abonnieren, um über wichtige Termine und Aktionen informiert zu werden
  3. Sammelt die Liste ab und leitet uns die E-Mailadressen an info@teachersforfuture.at weiter (ein Foto oder Scan genügt)

Wir danken dir für dein Engagement!
Erholsame Ferien wünscht euch euer TFF-Team!

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Ministerielles Zeitmanagement: „Ich dachte zuerst an einen Fake! Ein Schildbürgerstreich"

Mitteilung BD Wien (Faksimile)
Mitteilung BD Wien (Faksimile)

Neue Kurzbezeichnungen für

  • die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich "islam. (IGGÖ)" sowie
  • die Islamisch-Schiitische Glaubensgemeinschaft in Österreich "islam. (SCHIA)"

Am Freitag, 21. Juni 2019 schickte das Bildungsministerium ein Rundschreiben (14/2019) aus:
Neufassung der Anhänge A und B des Rundschreiben Nr. 5/2007- neue Kurzbezeichnungen für die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (islam. (IGGÖ)) sowie die Islamisch-Schiitische Glaubensgemeinschaft in Österreich (islam. (SCHIA))

Die Folge:
Die alte Bezeichnung „IGGÖ“ muss ab sofort durch „islam. (IGGÖ)“ ersetzt werden. Das betrifft auch die Zeugnisseen für das Schuljahr 2018/19.

Prinzipiell ist diese Maßnahme zu begrüßen, ist sie doch eine sinnvolle Differenzierung zwischen den Religionsgemeinschaften. Zu begrüßen ist auch, dass jetzt (endlich) eine positive Übereinstimmung mit den Religionsgemeinschaften erfolgte.

 

Der Zeitpunkt ist das Problem
Das Problem ist der Zeitpunkt des Inkrafttretens der Bezeichnungsänderung, Freitag 21. Juni, also nach der Schlusskonferenz und eine Woche vor der Zeugnisverteilung in Wien, Niederösterreich und Burgenland. Dazu kommt noch, dass in Wien und im Burgenland der Freitag ein schulfreier Zwickeltag ist.
Die Folge: Bereits gedruckte, unterschriebene und gestempelte Zeugnisse für die Schüler*innen mit dem Religionsbekenntnis IGGÖ sind zu vernichten und neu auszustellen. In den meisten Schulen in Wien, Niederösterreich und Burgenland wurden die fertigen Zeugnisse bereits ausgedruckt, teilte Gaby Bogdan, Vorsitzende der apfl-ug und Mitglied ZA Wien, der Redaktion der dieubg.at mit. „Ich dachte zuerst an einen Fake! Ein Schildbürgerstreich. Angeblich sind 50 000 Zeugnisse in Wien schon gedruckt“, wundert sich Bogdan über das sonderbare Zeitmanagement des BMBWF.

Im Bildungsministerium versteht man die Aufregung nicht
Im Bildungsministerium sieht man offensichtlich kein Problem, Fehler auch nicht, schon gar keine eigenen. Man habe das entsprechende Schreiben des Kultusamts erst kürzlich erhalten und unmittelbar danach die Bildungsdirektionen davon informiert. Statt Einsicht, gibt es wieder das bekannte Wien-Bashing des türkisen Ministeriums. Außer in Wien habe man nirgendwo von Problemen erfahren. (orf.at)
"Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Schuladministration nach der Religionsgemeinschaft richtet, auch hier sticht das Konkordat die Vernunft: Es hat sich scheinbar noch nicht herumgesprochen, dass das Schuljahr auch ein Ende hat und dass Zeugnisse gedruckt und verteilt werden“, wundert sich Gerhard Pušnik, AHS-Vertreter der ÖLI-UG im Zentralausschuss und Vorsitzender der Vorarlberger Lehrer*innen Initiative VLI über die Reaktion des BMBWF. Auf Anfrage der Redaktion stellte Pušnik auch klar, dass es für jene Schulen, die kommenden Freitag die Zeugnisse verteilen, ein nicht zu unterschätzender zusätzlicher Arbeitsaufwand sein wird, die kurzfristig erforderliche Bezeichnungsänderung des Religionsbekenntnisses im Zeugnis durchzuführen. „Aber im Westen haben wir ja noch Zeit, die Konferenzen sind ja erst kommende Woche. Aber für die Administration der Schulen wäre eine frühere Information wünschenswert gewesen.“
ms

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