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Summer Schools: ÖH fordert faire Bezahlung

Bild: Logo ÖH
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Presseaussendung der ÖH Uni Salzburg/STV Lehramt:
Summer Schools nur mit fair bezahlten Lehramtsstudierenden!

 

Wissenschaftsminister Faßmann setzt für Summer Schools auf Lehramtsstudierende, und will diese mit ECTS „bezahlen“. Für reale Arbeit braucht es aber realen Lohn.

In den letzten Monaten haben viele Studierende ihren Job verloren, Eltern können aufgrund wirtschaftlicher Folgen häufig nicht mehr die notwendige Unterstützung im Studium leisten und die ÖHs haben Rekord-Sozialfonds aufgesetzt. Studierende sind daher gerade im Sommer umso mehr angewiesen auf Einkommen und bezahlte Arbeit.

Unter diesen Bedingungen muss Minister Faßmann dringend klarstellen, dass er die Lehramtsstudierenden in seiner ‚Summer School‘ auch bezahlt - reale Arbeit muss realen Lohn bringen. Nach dem gestern bekanntgewordenen Schreiben aus Oberösterreich wurde erneut bestätigt, dass der Unterricht nicht durch Lehrkräfte gehalten werden soll (die man im Sommer nur freiwillig zu Mithilfe bitten kann und mit Zulagen entlohnen muss), sondern durch „Tandems von Lehramtsstudierenden“, wie es im Schreiben heißt. Lehrkräfte organisieren nur die Anmeldung und die Räume an der Schule.

Ohne Versicherung, mit selbst zu tragenden Fahrtkosten, ohne Dienstvertrag – dies wäre keine Basis für geregelten Sommerunterricht an Schulen. „Minister Faßmann denkt vielleicht, dass man mit ECTS auch die Miete und den Bus bezahlen kann, aber das funktioniert leider nicht. Reale Arbeit braucht realen Lohn! Daher muss nun dringend klargestellt werden, dass hier auch realer Lohn für Lehramtsstudierende vorgesehen ist“, so das Vorsitzteam der ÖH Universität Salzburg.


„Der Herr Minister will sich hoffentlich nicht einfach Sozialabgaben und die Lohnkosten sparen, um als Praktikum zu deklarieren was eigentlich ein reales Dienstverhältnis sein müsste. Wir dürfen den Minister auch erinnern: auch mit Entlohnung und Dienstvertrag können Tätigkeiten im Studium anerkannt werden, und dann kann sogar zusätzlich die Miete gezahlt werden“, ergänzt Maximilian Wagner von der Studienvertretung Lehramt an der Universität Salzburg.

Sollte es die passenden Rahmenbedingungen in Form eines Dienstvertrags und rechtlicher Absicherung nicht geben können wir allen Lehramtsstudierenden nur davon abraten, ohne Versicherungsschutz und Dienstvertrag sowie auf eigene Kosten hier Arbeit zu verschenken. Die Arbeit als Pädagog*in war während Corona systemrelevant, aber bei einem Projekt wie der ‚Summer School‘ braucht es auch die Wertschätzung vor dem Studienabschluss.
Rückfragen & Kontakt:

Keya Baier
Vorsitzende ÖH Uni Salzburg
+48178 3304015
vorsitz@oeh-salzburg.at

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Kommentare: 1
  • #1

    Johann Maderthaner (Dienstag, 23 Februar 2021 15:58)

    Arbeit ohne Bezahlung, das dürfen Sie sich nicht bieten lassen!
    (Oder geht das Ministerium auch schon zur Schwarzarbeit über?)
    Man muss auch in die ferne Zukunft denken. In unserem Pensionsystem spielen Versicherungszeiten eine Rolle. Frauen haben ohnehin eine Pensionslücke - und es braucht nicht noch ein paar weitere Löcher!
    Alle bekommen Geld in der Coronakrise - nur für die "Summer School" wäre keines da?
    Arbeitsleistung gegen Geld - das ist der Deal in unserer Gesellschaft! Das ist nicht gierig, sondern fair! (Oder arbeiten die Ferialpraktikanten auf Ämtern, Behörden, Gemeinden etc. auch ohne Bezahlung?)
    Jenen, die sich engagieren kann man ECDS zusätzlich geben (oder man soll sie sich behalten).
    Mein Motto wäre: Eine faire Bezahlung plus Kranken- und Pensionsversicherung, und ECDS als freundlich Draufgabe!