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Schrittweise Schulöffnung: Kommentare der VLI

Gerhard Pušnik im Interview mit vol.at über die geplante Öffnung der Schulen Bild:Scrs vol.at
Gerhard Pušnik im Interview mit vol.at über die geplante Öffnung der Schulen Bild:Scrs vol.at

Wie berichtet, plant Bildungsminister Faßmann im Mai eine schrittweise Schulöffnung.

 

VOL.AT hat bei Vorarlberger Lehrervertretern nachgefragt, was sie davon halten.

 

Kein unnötiges Risiko eingehen
Die schrittweise Öffnung und das langsame Herangehen sei grundsätzlich notwendig und richtig, so Gerhard Pušnik, AHS-Lehrervertreter und Obmann der Lehrer*innen Initiative Vorarlberg. Was er nicht so optimal finde sei, dass parallel dazu die Vorbereitung und Durchführung der Reifeprüfung stattfinde. Auch ohne Stundenplanänderungen werde es nicht funktionieren.
Seltsam sei, dass ausgerechnet Musik wegfallen solle. Wichtig sei, dass die Schulen die Möglichkeit bekommen, dieses Wiederankommen im Unterricht gemeinsam mit Lehrern und Lehrervertretern vorher zu klären. Das sorge auch dafür, dass es machbar sei.
Dass Risikogruppen - auch Lehrkräfte - geschützt werden müssen, sei bekannt. Selbstverständlich werde man darauf bestehen, dass nicht unnötig ein Risiko eingegangen werde.
Was die vorgesehenen Bestimmungen angehe, werde man schrittweise anfangen und Erfahrungen sammeln müssen. Besonders wichtig sei es, darauf zu achten, dass der Abstand eingehalten werde. Diese Umsetzung werde auch in der Schule klappen, auch wenn es sicher nicht ganz einfach sei.


Beurteilung als Herausforderung
Dass jetzt eine Klarheit da sei, sei sehr positiv zu finden, erklärt Katharina Bachmann, BMHS-Lehrervertreterin (Lehrer*innen Initiative Vorarlberg VLI). Zu wissen, wie die nächste Zeit aussehen werde, sei gut. "Für uns in der BHS, denke ich, muss man schauen, wie sich das umsetzen lässt, was hier vorgesehen ist mit dem phasenweisen Unterricht". Das sei im Moment noch nicht so klar, zumal die Informationen noch nicht vollständig seien.
Das Wegfallen des Nachmittagsunterrichtes wäre bei den Berufsbildenden Mittleren Schulen eher schwierig umzusetzen. Musik hingegen sei sowieso nur in wenigen Schulen ein Thema. Was ein Problem werden könne, sei die Beurteilung aufgrund des Semesterzeugnisses. "Wir haben in vielen Schulen die neue Oberstufe, bei der das erste Semester bereits abgeschlossen ist und das zweite separat gesehen wird", so Bachmann.
Wenn man wirklich nur die Mitarbeitsaufzeichnung habe, sei es schwierig, eine Note zu gestalten. "Das wird sicher eine andere Beurteilung werden, als wenn es Präsenz und Schularbeiten gäbe."
Ein anderes Problem sei die sehr unterschiedliche Infrastruktur der Schulen: Einige hätten keinen Wasserzugang in Klassen, nur auf den Gängen. Generell müsse es sicher möglich sein, Anpassungen am Stundenplan vorzunehmen. Das Wichtigste sei, dass Schulen selbst autonom entscheiden können, wie sie mit den Bestimmungen umgehen, um "die beste Lösung für Schüler und Lehrkräfte zu finden".

 

Nicht auf die Pädagogen, auf die Wirtschaft hörte der Bildungsminister.

Lösungen für Berufsschulen waren bisher sehr gut, meint Beate Sonnweber, Lehrervertreterin der Berufsschulen

"Diese Einteilung in zwei Gruppen wird in der Berufsschule nicht funktionieren, weil das organisatorisch gar nicht geht", erklärt Sonnweber auf VOL.AT-Anfrage. Sie glaube trotzdem, dass es praktikable Lösungen für die Berufsschulen geben werde.
"Bisher waren die Lösungen für den Berufsschulbereich eigentlich sehr gut und ich bin positiv gestimmt, dass es auch jetzt im Sinne der Lehrlinge die Möglichkeit geben wird, das Schuljahr normal zu beenden", meint Sonnweber. Auch mit der Möglichkeit, die Fachpraxis im Unterricht in Präsenzzeit zu erledigen und den Rest digital.
Berufsschulen seien immer getrennt zu sehen, weil die Kombination aus Arbeit und Schule eine Sonderstellung darstelle. "Es wäre wünschenswert, wenn der Präsenzunterricht reduziert werden würde auf die praktischen Fächer in der großen Werkstatt", findet sie. Die Theoriefächer sollen weiter über das Distancelearning stattfinden. Die Gruppen in der Fachpraxis seien bereits kleiner. So wäre es möglich, Abstand zu halten.
aus vol.at

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