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Faßmann, Corona und die Schule im Herbst: Nichts gelernt!

Neue Prüfungsverordnung? Das Auffälligste bei der Präsentation der Herbstpläne des Ministers war die Gurgelshow mit Schulkindern. Bild:spagra
Neue Prüfungsverordnung? Das Auffälligste bei der Präsentation der Herbstpläne des Ministers war die Gurgelshow mit Schulkindern. Bild:spagra

Medienaussendung der

 

VLI Vorarlberger Lehrer*innen Initiative
ÖLIUG Österreichische Lehrer*innen Initiative
UBG Unabhängige Bildungsgewerkschaft

 

„Schule im Herbst 2020 -

Konzeptpräsentation durch BM Faßmann“.

 

 

Das Auffälligste bei der Präsentation der Herbstpläne des Ministers war die Gurgelshow mit
Schulkindern. Ansonsten? Nichts Neues. Es soll alles bleiben wie es war. Schule wie früher,
altbewährt und unbefriedigend. Abstand halten und, ja, häufig lüften. So als hätten wir das nicht schon gewusst. Wie das mit dem Abstand in großen Klassen umgesetzt werden soll, wie sich sechzehn Unterstufenklassen einen Innenhof in abgegrenzte Sektoren teilen sollen, darauf hatte der Minster keine Antworten, das wird das Krisenteam, das an jeder Schule
installiert werden muss, lösen. Dieses Team ist für die Umsetzung aller (vom Ministerium
ausgeheckten) Maßnahmen zuständig.


„Die Lehrer*innen und Schulleitungen haben wieder einmal eine tolle Karte gezogen, sie können das ausbaden, was die Regierungen der letzten zwanzig Jahre versäumt und verhindert haben. Wir brauchen kein Krisenteam, sondern kleinere Klassen und Gruppen, mehr Lehrer*innen und zusätzliches pädagogisches und psycho-soziales Unterstützungspersonal, damit Unterricht in sicherer Umgebung effektiv umgesetzt werden kann. Dazu braucht es mehr Geld für Bildung, “ so der stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Lehrer*innen-Initiative (ÖLI), Gerhard Pušnik, in einer ersten Reaktion. „Ministerium und Bildungsdirektionen hätten Zeit gehabt, in den Schulgebäuden zu überprüfen, wie es mit dem Lüften steht, ob das überhaupt in allen Schulen möglich ist, oder sie hätten sich ein Bild von Klassen- und Konferenzzimmern machen und abklären können, ob
nicht sofort bauliche Maßnahmen erforderlich sind“, bemängelt Pušnik weiter.


„Das Motto der Bundesregierung ‚Koste es, was es wolle’, muss gerade für den Bereich Bildung gelten, wenn wir sehen, welche Folgekosten entstehen, wenn Schulbildung für Monate ausfällt. Bisher wurden Konzepte präsentiert, die kostenneutral sind und von den Lehrer*innen mit Mehrarbeit umgesetzt werden sollen, das ist ein Hohn“, kritisiert die BMHSVertreterin Katharina Bachmann, „hier müssen Bund und Länder endlich an einem Strang ziehen!“


Ein Zurück zur Schule wie vor Corona kann es nicht geben. Die Schüler*innen kommen mit ihren Eltern aus allen Richtungen ins Land zurück, die Zahl der Infektionen steigt kontinuierlich, im Herbst und Winter kommen grippale Infekte und Grippewelle dazu. Wie soll da ein Normalbetrieb möglich sein?


Den Lehrer*innen ist klar, es braucht die Schulen und sie müssen offen bleiben. Die Frage ist unter welchen Bedingungen und es braucht neue Konzepte. Wir brauchen mehr Raum und Kleingruppenunterricht, viel Unterricht im Freien. Das kann in der althergebrachten Form mit stundenweisem Fächerwechsel und einer Halbtagsschule nicht funktionieren. Wann, wenn nicht jetzt, soll Schule anders gedacht und auf neue Füße gestellt werden?“ fragt sich der Obmann der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft UBG, Gerhard Rüdisser.


Deshalb fordern VLI, UBG und ÖLI als ersten Schritt eine Bildungsmilliarde,

  • damit zusätzliches Personal eingestellt werden kann,
  • kleinere Gruppen und Klassen möglich werden,
  • damit jene, die zu Hause keine Unterstützung haben, diese in der Schule ausreichend
    erhalten.

Nicht irgendwann, sondern jetzt!
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Gerhard Pušnik, (VLI/ÖLI-AHS),
Katharina Bachmann, (VLI/ÖLI-BMHS),
Gerhard Rüdisser, (UBG),

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