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Was bedeuten die verschärften Corona-Maßnahmen für die Schulen?

Nichts. Für die Schulen bleibt es, wie es ist, das meinen Bildungsminister Faßmann und sein Generalsekretär bis heute. Obwohl ganz Österreich auf „Rot“ gestellt ist, sind weiterhin keine Maßnahmen für die Schulen angedacht.

 

Geht so Krisenmanagement?


Maskenpflicht für Schüler*innen im Unterricht soll es nicht geben, generelles Home-Schooling auch für die Oberstufe nicht. Mit den Bildungslandesrät*innen gibt es dazu laut General Netzer einen „Schulterschluss“.  
Zwischen Schulschließungen und Normalbetrieb öffnet sich ein weites Feld, da gibt es viele Abstufungen. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass es effektive und umsetzbare Maßnahmen braucht, um Schule und Unterricht zu ermöglichen. Jetzt sehen wir: Es wird alles unternommen, um die Schulen offenzuhalten. Das ist in unserem Sinne, aber nur dann, wenn der Dienstgeber seiner Verpflichtung nachkommt, auch den Gesundheitsschutz der Lehrer*innen zu gewährleisten. Davon ist jedoch nichts zu spüren,“ weist BMHS-Vertreterin Katharina Bachmann auf die zahlreichen Appelle in Briefen und Aussendungen der Lehrer*innen-Initiativen hin.  


Damit der Schulbetrieb aufrechterhalten werden kann, braucht es Schutz und Sicherheit für die Lehrer*innen. Dazu müssten endlich die LAHA-Prinzipien umsetzbar sein: Lüften, Abstand halten, Händewaschen und Masken. Das muss allerdings gewollt, organisiert und finanziert werden, davon ist weit und breit nichts zu sehen und es kann nur mit kleineren Klassen und Gruppen - damit Abtstandhalten praktisch möglich ist - erreicht werden. Der Mund-Nasenschutz, FFP2-Masken für alle, die sie wollen, Quarantäne für die ganze Klasse, wenn es positive Fälle gibt, wären weitere sinnvolle Maßnahmen, um die Verbreitung zu reduzieren,“ hält Gerhard Pušnik, AHS-Vertreter der VLI, fest.


Wir müssen akzeptieren, dass es an Schulen auf absehbare Zeit keinen Normalbetrieb geben wird, das wird kein normales Schuljahr werden.  
Wesentlich erscheint uns, dass der Kontakt mit allen Schüler*innen aufrechterhalten bleibt, möglichst in Präsenz. Stoff pauken, Schularbeiten und Tests stehen jetzt nicht an erster Stelle. Lehrer*innen und Eltern sollten sich damit abfinden, dass Schüler*innen jetzt mehr Zeit und sicher länger brauchen, um den vorgesehenen Lehrstoff zu lernen. Vielleicht braucht es für manche Schultypen sogar eine verlängerte Schulzeit, damit Versäumtes nachgeholt werden kann“, meint der erfahrene Pädagoge und Obmann der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft, Gerhard Rüdisser.


Bachmann und Pušnik treten für eine rasche Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen ein.  
Wir sind dafür, dass Schulen offen bleiben. Doch um das zu ermöglichen, brauchen wir eine Verdünnung, kleinere Klassen und zusätzliche personelle Unterstützung. Die Sorglosigkeit der politischen Akteure im Bildungsbereich ist offenkundig. Schulen werden zu Betreuungseinrichtungen degradiert, der gesetzlich vorgesehene Gesundheitsschutz der Lehrer*innen wird ignoriert.“ 

 

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Rückfragen:
Gerhard Pušnik, (VLI/ÖLI-AHS), vli.pusnik@gmail.com  0664 – 3918646
Katharina Bachmann, (VLI/ÖLI-BMHS), katharina.bachmann@aon.at  0664 – 73471460
Gerhard Rüdisser,  (UBG), gerhard.ruedisser@vol.at  0664 – 2116192

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