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Out of balance: Weshalb wir über Vermögensungleichheit sprechen sollten!

 Vortrag von  Dr. Mathias Schnetzer: Out of balance - Weshalb wir über Vermögensungleichheit sprechen sollten!  |   Gerhard Pušnik - Dr. Mathias Schnetzer - Walter Müller  Bild:spagra
Vortrag von Dr. Mathias Schnetzer: Out of balance - Weshalb wir über Vermögensungleichheit sprechen sollten! | Gerhard Pušnik - Dr. Mathias Schnetzer - Walter Müller Bild:spagra

Vortrag und Diskussion

von und mit Dr. Mathias Schnetzer

am 27. 02. 2020  im Saumarkt Feldkirch |

 

Vorwort von Walter Müller

 

Wenn wir über Vermögensungleichheit sprechen, dann sei gleich vorweg gesagt, dass es dabei nicht um eine Neiddebatte geht.
Die allermeisten Menschen können ohne weiteres damit leben, dass eine relativ kleine Gruppe von Menschen über ein Vermögen von einer Dimension verfügt, dass hundert Leben nicht ausreichen, es auch auszugeben.
Wenn allerdings weltweit die Zahl der „working poor“ steigt, also die Zahl von Menschen zunimmt, die trotz Vollbeschäftigung an der Armutsgrenze leben, wenn weltweit Sozialsysteme ausgedünnt und heruntergefahren werden, öffentliches Eigentum privatisiert und kapitalisiert wird, wenn man Menschen einem permanenten Konkurrenzdruck und Verdrängungswettbewerb aussetzt und ihnen einredet, dass sie nur an ihrer Selbstvervollkommnung arbeiten müssten, um privat und beruflich erfolgreich zu sein – dann wird es Zeit, eins und eins zusammenzuzählen und jene Fragen zu stellen, die von nicht wenigen Regierungen in Europa – und Österreich ist hier keine Ausnahme – marginalisiert werden, indem man den Kritikern unterstellt, sie handelten nur aus Neid und wollten den sozialen Frieden stören.
Die legitimen Fragen, um die es hier geht, betreffen das Verhältnis von Vermögen und den entsprechenden Steuerleistungen, vor allem die Frage, inwieweit höhere Vermögens- und Erbschaftssteuern nicht nur legitim, sondern notwendig sind, will man auch in Zukunft die Aufgaben des Wohlfahrtsstaates (Gesundheit und Pflege, Armut, öffentliche Infrastruktur und Bildung) finanzieren können. Dazu braucht es auch einen fairen Beitrag der großen Vermögen. 

Die verfügbaren Daten und wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass die Vermögensungleichheit in Österreich sehr hoch ist. Einige wenige besitzen Reichtum in Milliardenhöhe, während die ärmere Hälfte der Bevölkerung sich nicht einmal 4 Prozent des gesamten Vermögens teilt. Was bedeutet diese Ungleichheit für die Gesellschaft, für Wirtschaft und Demokratie? Und wie verfestigt sich Vermögensungleichheit auch durch Bildungsvererbung über Generationen hinweg? Das mögliche Szenario, dass in den USA demnächst zwei Multi-Milliardäre um die Präsidentschaft kämpfen, zeigt nicht nur für die USA, in welche Richtung die politische und wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte gegangen ist.

Link Broschüre Verteilungsgerechtigkeit AK Wien (gute Info-Grundlage!)

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