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Neuregelungen im Schuljahr 2019/20

Die unerfreulichen Neuregelungen im Schuljahr 2019/20  Bild:spagra
Die unerfreulichen Neuregelungen im Schuljahr 2019/20 Bild:spagra

Im Schuljahr 2019/20 werden die noch von der abgesetzten Regierung beschlossenen Schulgesetze  umgesetzt. Die von den türkisblauen Parteistrategen initiierten und von Exbildungsminister Faßmann umgesetzten neuen Gesetze wurden durchgängig von Experten scharf kritisiert. Auf dieubg.at wurden alle Neuregelungen ausführlich analysiert, besprochen und kommentiert.


Die wichtigsten Änderungen sind die Neuregelung der Notengebung, des Sitzenbleibens, das Kopftuch-Verbot an den Volksschulen und das neue Dienstrecht für alle neu eintretenden Lehrer*innen. Für die Neuen Mittelschulen wird es ein Übergangsjahr: Reformen wie zwei Leistungsniveaus ab der 2. Klasse treten stufenweise in Kraft.

 

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

Neuregelung der Notengebung
In der Volksschule wird ab dem 2. Semester der 2. Klasse die verpflichtende Ziffernbenotung eingeführt. Parallel dazu muss in allen Klassen zusätzlich alternativ beurteilt werden. Mit den Eltern werden Bewertungsgespräche geführt, was in etwa den bisherigen Elternsprechtagen entspricht. Bei Bedarf können Schüler*innen zu Förderunterricht verpflichtet werden, wenn dafür noch entsprechende Ressourcen der Schule zur Verfügung stehen. Neu ist auch, dass Schüler*innen grundsätzlich ab der zweiten Klasse wieder sitzenbleiben können.

Kopftuch-Verbot in den Volksschulen
Begründet wird das Kopftuchverbot in den Volksschulen mit der sozialen Integration der Schüler*innen entsprechend den lokalen Gebräuchen und Sitten. In Wirklichkeit ist es eine rein parteipolitische Propagandagesetzgebung. Genauso wie die festgesetzte Strafe bis zu 440 Euro bei einem Verstoß.

Übergangsjahr für die NMS: Reformen der „Leistungsniveaus“ und der Notenskala.
Für die Neuen Mittelschulen wird 2019/20 ein Übergangsjahr. Ab der sechsten Schulstufe, also der 2. Klasse, wird es zwei Leistungsniveaus -"Standard" und "Standard-AHS" – geben, die die bestehende Differenzierung - "grundlegende Allgemeinbildung" und "vertiefende Allgemeinbildung" – ersetzen werden.
Zwei vom System her ähnliche, einander überlappende fünfteilige Notenskalen ersetzen die bisherige siebenteilige Notenskala der NMS.
Man nennt sie zwar nicht mehr „Leistungsgruppen“, wie sie zu Zeiten der „alten Hauptschule“ noch genannt wurden. Aber de facto ist die schulautonom mögliche Einrichtung von dauerhaften Gruppen zur Leistungsdifferenzierung in Deutsch, Mathematik und Englisch ab der 2. Klasse nichts anderes.
Die Maßnahmen an den NMS können zwar ab heuer eingeführt werden, verpflichtend sind sie erst ab 2020/21.

 

Weitere Neuerungen:
Wieder möglich ist das freiwillige zehnte Schuljahr an den Polytechnischen Schulen für Schüler*innen, die ihr neuntes Schuljahr an einer AHS/BMHS nicht erfolgreich abgeschlossen haben. Weiterhin besteht diese Möglichkeit für ein freiwilliges zehntes Schuljahr auch für Schüler*innen, die in ihrem letzten Pflichtschuljahr an einer NMS oder am Poly gescheitert sind.


Ab dem Schuljahr 2019/20 gibt es für Lehrer*innen, die neu in den Schuldienst eintreten, kein Wahlrecht zwischen altem und neuem Lehrerdienstrecht mehr.

ms

Siehe auch:
APA: Neues Schuljahr mit Neuregelung bei Noten und Sitzenbleiben 
Kurier: Kopftuchverbot, Ziffernnoten & Co.: Das bringt das neue Schuljahr 
ORF: Neues Schuljahr bringt einige Änderungen 
NEWS: Diese Neuerungen bringt das kommende Schuljahr   

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Kommentare: 1
  • #1

    Wilfried Mayr, OÖ (Dienstag, 20 August 2019 19:05)

    DAS nenne ich eine REFORM!

    Bis in die 80er Jahre gliederte sich die Sekundarstufe 1 in A- und B-Zug.
    Dann kamen die Leistungsgruppen I, II und III.
    Dann kam die Neue Mittelschule mit einer inneren Differenzierung in den Klassen, nicht immer mit dem 2-Lehrkräfte-Prinzip.
    Und jetzt die totale Neuigkeit: " Reformen wie zwei Leistungsniveaus ab der 2. Klasse treten stufenweise in Kraft. "

    Ich erkläre mich mit allen solidarisch, die sich von der Obrigkeit verarscht fühlen.

    Euer Wilfried