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Über 12.000 Unterstützer*innen für die Petition „NEIN zum Notenzwang. JA zur Wahlfreiheit der Beurteilungsform“

Ziffernnoten untergraben und reduzieren die Wirkung jeder zusätzlichen Leistungsbeurteilung! „Das ist wie wenn es in einem Restaurant vegetarische Menüs nur zusammen mit einem Stück Fleisch gibt." (Birgit Sieber-Mayr)  Bild:spagra
Ziffernnoten untergraben und reduzieren die Wirkung jeder zusätzlichen Leistungsbeurteilung! „Das ist wie wenn es in einem Restaurant vegetarische Menüs nur zusammen mit einem Stück Fleisch gibt." (Birgit Sieber-Mayr) Bild:spagra

Die erfolgreiche Petition des Vereins „Gemeinsam Zukunft Lernen“: „NEIN zum Notenzwang. JA zur Wahlfreiheit der Beurteilungsform“ ist abgeschlossen.

 

Die Vorarlberger Lehrer*innen Initiative VLI und die Unabhängige Bildungsgewerkschaft UBG unterstützen die Anliegen der Initiative in allen Belangen und werden sich auch in Zukunft für die Umsetzung der Forderung nach Wahlfreiheit der Beurteilungsform einsetzen!

Mit dem Ende der Online-Petition „NEIN zum Notenzwang. JA zur Wahlfreiheit der Beurteilungsform.“ Anfang März, begann die Corona-bedingte Auszeit. „Nun möchten wir aber umgehend die Möglichkeit nützen, das großartige Unterstützungsergebnis der Petition den politisch Verantwortlichen zu übergeben. Wir waren am Freitag mit einer Vorarlberger Delegation in Wien um gemeinsam mit drei weiteren Initiativen in einem österreichweiten Schulterschluss gegen die Ziffernnotenpflicht eine parlamentarische Bürgerinitiative einzubringen“, teilen uns die Initiatorinnen der Petition, Simone Flatz und Birgit Sieber-Mayr vom Verein „Gemeinsam Zukunft Lernen“, mit.
Am Montag, den 8. Juni, um 12:30 bringen sie die Online-Petition mit über 12.000 Unterstützer*innen im Vorarlberger Landtag ein.

JETZT ist Bildungspolitik gefordert. Auch in Vorarlberg!

12.030 Menschen unterstützen die Vorarlberger Initiative gegen Ziffernnotenzwang an Volksschulen und geben den Forderungen der Initiatorinnen der Petition, Simone Flatz und Birgit Sieber-Mayr vom Verein „Gemeinsam Zukunft Lernen“, die sie auch in der aktuellen Presseaussendung an die verantwortlichen Bildungspolitiker*innen richten, viel Gewicht:

PA: Das Bildungsgebot der Stunde heißt: Schulautonomie stärken, Beziehung zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen fördern, intrinsische Motivation entfachen, Inklusion und Nachteilsausgleich für Kinder mit psychosozialen oder anderen Beeinträchtigungen. Das ist nicht neu, angesichts der Erfahrungen des unfreiwilligen CoVid-19-Sozial- und Schulexperiments aber aktueller und relevanter denn je. Klar ist: JETZT braucht es Bildungspolitik, die diesen Namen auch verdient. Ein wesentlicher Baustein ist dabei die alternative Leistungsbeurteilung in den frühen Schuljahren: Dialogische, Selbstwert und Beziehung stärkende Rückmeldungen zum individuellen Leistungsfortschritt statt fünf reduktionistische, scheinobjektive Schubladen.
„Die breite und differenzierte Unterstützung unserer Online-Petition „NEIN zum Notenzwang. JA zur Wahlfreiheit der Leistungsbeurteilung“, die vielen Reaktionen darauf – sowohl persönlich als auch medial – haben gezeigt, dass das Thema Ziffernnoten(zwang) kein Nischenthema ist. Die Menschen verstehen, dass es dabei um mehr geht“, resümiert Simone Flatz, Obfrau des Vereins „Gemeinsam Zukunft Lernen“, die 12.030 Petitionsunterschriften, die tausenden Unterstützungskommentare und vielen persönlichen Zuschriften. Auch in den Bildungs- und Sozialwissenschaften herrscht diesbezüglich breiter Konsens: Art und Weise der Leistungsbeurteilung haben wesentlichen Einfluss auf Motivation, Lehrer-Kind-Beziehung und auf das Gemeinschaftsgefühl an Schulen und in Klassen, was wiederum nachhaltig Bildungs- und Berufskarrieren prägt.

Echte Wahl statt Scheinargument
Das vom Bildungsminister Dr. Faßmann oft genannte (und von seinem Umfeld noch öfter zitierte) Argument, dass es ja neben der Note eh auch eine verbale Leistungsrückmeldung gibt, hält nicht. „Wir fordern in den ersten Schuljahren eine echte Wahl für die Leistungsbeurteilung. Kein Sowohl-als-auch, sondern das lang praktizierte, breit bewährte und die Schulautonomie fördernde Entweder-Oder. Ziffernnoten untergraben und reduzieren die Wirkung jeder zusätzlichen Leistungsbeurteilung und verheißen nicht zu haltende Versprechen von objektiver Bewertung und Vergleichbarkeit. Ziffernnoten führen unsere pädagogischen Prinzipien auf denen wir Inklusion ebenso wie individualisierte Förderkonzepte bauen ad absurdum“, so Birgit Sieber-Mayr, Lehrerin der VS Lustenau Kirchdorf, an der die Initiative ihren Anfang nahm. Und setzt nach: „Das ist wie wenn es in einem Restaurant vegetarische Menüs nur zusammen mit einem Stück Fleisch gibt. Das hat mit echter Wahlmöglichkeit und gelebter Selbstbestimmung dann leider nichts mehr zu tun.“

 

Auch Landespolitik ist gefordert
Wenn die Gesetze auch in Wien gemacht werden, so fordern die Initiator*innen der Online-Petition die Landespolitik aber dennoch zu klaren Stellungnahmen und eine Vertretung des wissenschaftlichen Konsenses auf. „Das hat Vorarlberg immer stark gemacht und da braucht es keine „Ja, aber-Sager“ sondern einen lösungsorientierten Gestaltungswillen und dann finden sich auch Wege“, erinnert Simone Flatz an die Möglichkeit einer Modellregion. Zumindest aber fordert der Verein im Namen vieler betroffener Personen und Institutionen den versprochenen Bildungsdialog ein. In diesem Sinne werden die Vorarlberg Bildungsaktivist*innen am Montag, den 8. Juni um 12:30 Uhr dem Landtagspräsidenten, Herrn Mag. Harald Sonderegger, und der Bildungslandesrätin, Frau Dr. Barbara Schöbi-Fink, die OnlinePetition mit den 12.030 Unterschriften übergeben. „In einer geflügelten Schultasche, denn Bildung soll unseren Kindern Flügel verleihen“, so Flatz. Und auch für den Landeshauptmann Mag. Markus Wallner gibt es noch eine Botschaft: „Vorarlberg will 2030 das chancenreichste Land für Kinder sein. Der Weg dorthin führt über innovative, inklusive Bildung. Die Politik ist gut beraten Bildung zur Chefsache zu erklären und sich mit dem vielen Knowhow in unserem Land zu vernetzen um gemeinsam mutig und eigenverantwortlich unsere Zukunft zu gestalten.“

 

Übergabe der Online-Petition „NEIN zum Notenzwang. JA zur Wahlfreit der Leistungsbeurteilung“
Montag, 8. Juni, 12:30 Uhr, beim Landhaus Bregenz
Rückfragehinweis
Verein „Gemeinsam Zukunft Lernen“
Simone Flatz
Birgit Sieber-Mayr

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