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Die Bildung braucht gerade jetzt eine starke Lobby und einen klugen Unterstützer in der Regierungsmannschaft! Bitte treten sie zurück, Herr Faßmann.

Es gibt drei Gründe, weshalb bei der Unterstützung der Wirtschaft geklotzt und bei der Bildung unerträglich gegeizt wird. Einer ist Bildungsminister Faßmann  Bild:spagra
Es gibt drei Gründe, weshalb bei der Unterstützung der Wirtschaft geklotzt und bei der Bildung unerträglich gegeizt wird. Einer ist Bildungsminister Faßmann Bild:spagra

Wenn die Regierung wirklich die Schulen entgegen der ausdrücklichen Empfehlung der Ampelkommission schließt, kann man die Kommission eigentlich gleich abschaffen. Wozu dann noch dieser ganze evidenzbasierte Kleinkram?
Florian Klenk - twitter

 

Eine Ursache für die oft nicht nachvollziehbaren Entscheidungen - nicht nur, aber vor allem schmerzlich spürbar in der Coronakrise – ist die unsägliche Diskussion bezüglich der Kosten eines vollen Lockdowns der Schulen.

Eine Diskussion, über die so gut wie nie die höhe der Ausgaben für Investitionen damit die Schulen "Coronasicher" gemacht werden können, eine Rolle spielen.

 

Kommentar von Manfred Sparr

 

Bezüglich Kosten des Schullockdowns für die Wirtschaft: Sicher ist, sie werden erheblich sein. Aber sicher nicht so hoch wie der zu erwartende Schaden für das Gemeinwohl und damit der Lebensqualität.


Erstaunlich ist, dass (fast) alle KommentatorInnen, PolitikerInnen, Wirtschaftskämmerer, ExpertInnen - und jene die nur glauben, dass sie welche sind - gerne und viel über die volkswirtschaftlichen Kosten durch einen Lockdown der Schulen vielwissend reden, obwohl derzeit noch niemand auch nur annähernd wirklich eine Ahnung davon haben kann. Ein Beispiel von sehr vielen: Erst heute war in einem Zeitungsartikel (wo und von wem ist wegen der Unmenge an Wortmeldungen zu diesem Thema mE unwichtig) zu lesen, dass der Lebenseinkommensverlust einer Schülerin, eines Schülers bei einem neuerlichen Lockdown der Schulen 4% betrage – mag sein, oder auch nicht. Aufgrund des langen Betrachtungszeitraumes und der äußerst ungesicherten Datenlage wohl eher Kaffeesudleserei als Wissenschaft.

 

Noch erstaunlicher ist, dass aber von den vergleichbar geringen Investitionen nicht geredet wird, die notwendig wären um alle Schulen so gut wie möglich „Coronasicher“ zu machen.
Einige Anregungen zu Maßnahmen (kein Anspruch auf Vollständigkeit), die bereits umgesetzt sein könnten, wenn der dafür Verantwortliche, Bildungsminister Faßmann rechtzeitig bereits im heurigen Frühjahr reagiert hätte.

An erster Stelle seien hier kleine Schülergruppen in allen Klassen erwähnt. Ausnahmslos. Außerdem muss in allen Klassen eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung eingebaut werden. Auch ein nachträglicher Einbau geht meist einfach und schnell. Aufgrund des großen Auftragsvolumens und der ausgereiften Technik sind die Ausgaben für diese langfristige Investition überschaubar. Wenn - in erwartungsgemäß wenigen Fällen - ein entsprechender Einbau nicht möglich ist, können als Alternative/Überbrückung zumindest ausreichend dimensionierte Luftfilter aufgestellt werden. Kurzfristig sollten zusätzliche Räume für neue Klassen adaptiert werden. Gerade in Lockdownzeiten dürfte ein ausreichendes Angebot vorhanden sein. Selbstverständlich sollte es eigentlich sein, dass für alle LehrerInnen, das gesamte Schulpersonal und alle SchülerInnen ausreichend FFP2 Masken zur Verfügung stehen – kostenlos. Dazu noch mehr und regelmäßigere Tests. Und besonders wichtig: Deutlich mehr Budget für die Schulen um weitere schulspezifische Coronaschutzmaßnahmen schulautonom finanzieren und entsprechend schnell agieren zu können.
Weiters: Top Technik für Videokonferenzen, Laptop für alle SchülerInnen und das Lehrpersonal, steuerliche Abschreibung der Kosten des Arbeitsplatzes zu Hause für LehrerInnen und die Eltern der SchülerInnen, klarer und bundesweit einheitlicher Rechtsanspruch auf Schutz vor einer Ansteckung mit Corona für gefährdete LehrerInnen und SchülerInnen. Und viele weitere Maßnahmen über die man diskutieren sollte.

 

Es gibt drei Gründe, weshalb bei der Unterstützung der Wirtschaft geklotzt und bei der Bildung unerträglich gegeizt wird. Einer ist Bildungsminister Faßmann
Selbstverständlich sind die Ausgaben für die oben angeführten Investitionen und Maßnahmen beträchtlich. Aber weit weniger hoch als die bereits von der Bundesregierung bezahlten und noch in Aussicht gestellten Förderungsgelder für die Wirtschaft.

Es gibt drei Gründe, weshalb bei der Unterstützung der Wirtschaft geklotzt – als Beispiel sei hier nur einmal die 80%ige Vergütung des vorjährigen Novemberumsatzes – und bei der Bildung unerträglich gegeizt wird. Erstens, das Lobbying der Wirtschaftskammer und der Superreichen ist gut und fällt, zweitens, beim türkisen Bundeskanzler und Finanzminister auf fruchtbaren Boden. Der dritte Grund ist die Tatenlosigkeit von BM Faßmann. Sein Ministerium brav verwaltend, inaktiv auf die Vorgaben von oben reagierend, nie fordernd, nie innovativ sein ist seine Performance als Bildungsminister, die sich in der Krise besonders negativ auf das gesamte Bildungswesen auswirkt. Das macht wütend und ist wohl Grund genug, eine Rücktrittsforderung an den Bildungsminister, Faßmann, zu richten:

„Treten sie zurück, Herr Bildungsminister. Zum Wohle der Bildung unserer Kinder und Jugendlichen.

 

ms

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