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Offener Brief zum Gastkommentar von Frau King in der NEUEN

Norbär akzeptiert die Realität, King offensichtlich nicht. Das wirft die Frage auf: Ist King als Leiterin der Kommunikation der AK noch tragbar?   Bild: Soziopfoten by Mirjam Pedrazzoli  https://www.facebook.com/soziopfoten/
Norbär akzeptiert die Realität, King offensichtlich nicht. Bild: Soziopfoten by Mirjam Pedrazzoli https://www.facebook.com/soziopfoten/

Offener Brief der Lehrer*innen des GYS Feldkirch an das Präsidium und die Direktion der Vorarlberger Arbeiterkammer

 

Stress in der Arbeiterkammer Vorarlberg?

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Direktor! Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir halten unabhängige Institutionen, die Arbeitnehmer*inneninteressen konsequent verfolgen und vertreten, für wichtig und notwendig. Mit ihren vielfältigen Aktivitäten (auch im Bildungsbereich) genießt die AK großes Ansehen in der Bevölkerung.

Mit Verwunderung haben wir deshalb den Gastkommentar Ihrer Mitarbeiterin Eva King in der NEUEN vom 24.05.2020 gelesen: Von der Corona-Krise, zur Doppelschicht und über die Bildungspläne zur unklaren Leistungsbeurteilung. Schon ist das Urteil fertig und es gibt „ein glattes Nicht Genügend für die Schulen“.

Untermauert Frau King ihr Urteil mit Daten, Fakten und Belegen? Weit gefehlt, sie eilt schon weiter in die Phase 2 (Rückkehr an die Schulen). Nach zwei Tagen Unterricht ist auch da ihr Befund eindeutig: „Statt das Lernen in den Vordergrund zu stellen, wurden überzogene und oft martialische Verhaltensmaßregeln für die Heranwachsenden aufgestellt.“ Was auch immer Frau King damit meint, wir halten fest: In der Schule sind tatsächlich Regeln vorgegeben und diese werden von Schüler*innen und Lehrpersonen auch eingehalten, nämlich jene, die Expert*innen empfehlen und die über Wochen von der Bundesregierung auch vorgezeigt und praktiziert worden sind.

Doch auch bei diesem Thema bleibt die Kommentatorin nicht lange und hüpft schon zur Phase Nr. 3. Da tue sich ein Betreuungschaos auf, das auch mit Bezahlung nicht in den Griff zu bekommen sei, und erwartungsgemäß sei es da nicht mehr weit bis zu Existenzsorgen und Schulstress.

Wir sind verwundert, denn in diesem Kommentar finden wir kein Argument, keine Erkenntnis, keinen Beleg, keine Daten, aber Pauschalisierungen. Und er weckt und befördert Vorurteile: Lehrer*innen und die Schulen seien verantwortlich für Krise und Chaos.
Der Umstand, dass auch während der Homeschooling-Phase durchgehend ein Betreuungsangebot an den Schulen für alle Schüler*innen aufrechterhalten worden ist, wird von Frau King bezeichnenderweise mit keinem Wort erwähnt.

Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch eine unseriöse und miese Vorgangsweise gegenüber den Schulleitungen und den Lehrer*innen, die in überaus engagierter Weise über zwei Monate unter nicht ganz einfachen Bedingungen und unter Einsatz von viel Zeit und privaten Mitteln ihre Schüler*innen sowohl unterrichtet als auch pädagogisch begleitet und psycho- sozial betreut haben.

Eltern und Schüler*innen haben uns ein durchgängig positives Zeugnis für die Bewältigung dieser Krisenwochen ausgestellt. Das zeigen unsere Umfragen und das Feedback, das wir erhalten haben.

Von der Spitze der AK Vorarlberg erwarten wir eine deutliche und öffentliche Erklärung zu dieser Entgleisung im NEUE-Gastkommentar von Frau King.

Erwartungsvoll,

Lehrer*innen des GYS Feldkirch
Mag. Martin Dür, Ph.D.

Mag. Barbara Baumann
Mag. Ruth Mairvongrasspeinten

MMag. Rainer Schneider
Mag. Simon Schnetzer

Dr. Gerhard Pušnik

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