Teil 2: Im Radio nachhören: Vortrag Ahmad Mansour: Religiöse Radikalisierung bei jungen Menschen

Ahmad Mansour  Bild: ubg
Ahmad Mansour Bild: ubg

Link Teil 2 der > ORF Vorarlberg Radio - Sendung 'Kultur nach 8 vom Donnerstag, 01. 02. 2018:

Link Teil 1 der > ORF Vorarlberg Radio - Sendung 'Kultur nach 8 vom Mittwoch,     31. 01. 2018:

Kultur nach 8 sendete den ersten Teil des Vortrages von Ahmad Mansour.

 

Mansour kam auf Einladung der UBG und gemeinsam mit dem ORF wurde sein Vortrag im ORF veranstaltet. 

 

>>> Zum Bericht von Rebekka Moser über den Vortrag von Ahmad Mansour:

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Ein Appell des PHV-Rektors, doch endlich die Gesamtschule einzuführen

Modellregion Vorarlberg auf Eis gelegt? Grafik: G. Pedrazzoli (bearb:spagra)
Modellregion Vorarlberg auf Eis gelegt? Grafik: G. Pedrazzoli (bearb:spagra)

Die Gemeinsame Schule sei der einzig richtige Weg, ist sich Gernot Brauchle, Rektor der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg (PHV), sicher.

Im ORF Vorarlberg-Interview begründet er, weshalb die geplante und im Landtag beschlossene Einführung der Gemeinsamen Schule in der Modellregion Vorarlberg dringend realisiert werden sollte.
Wie berichtet („Modellregion Vorarlberg – Nur ein Klotz am parteiideologischen Bein der ÖVP?“), ist laut der neuen Bildungslandesrätin Schöbi-Fink das Forschungsprojekt und die Modellregion auf Grundlage der türkisblauen Regierungspläne wahrscheinlich kein Thema mehr für die Vorarlberger Landesregierung. Die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung der Gemeinsamen Schule in der Modellregion Vorarlberg ist also nur mehr sehr gering.
Mit fatalen Folgen!
Ein Großteil der Kinder will oder soll nach Vorstellungen der Eltern ein Gymnasium besuchen.
Aber weil in Vorarlberg nur rund 1.000 Gymnasiumplätze für die knapp 4.000 Kinder, die heuer die Volksschule verlassen, zur Verfügung stehen, entstehe für die Schüler/innen ein enormer Druck, so Brauchle. Erschwerend sei, „dass der Druck auf die Kinder bereits in der dritten Klasse Volksschule beginne, nicht erst in der vierten Klasse“, führt der Rektor der PHV weiter aus.
Eine unglaublich schwierige Situation für die Kinder, Eltern und Unterrichtenden
Das führe sogar soweit, dass immer mehr „Eltern bei Lehrern um gute Noten betteln“ oder mit Klagedrohungen gute Noten für ihre Kinder erzwingen wollen. „Es sei eine unglaublich schwierige Situation.“
Die Gemeinsame Schule sei der einzig richtige Weg
Die untragbare Belastung vieler Kinder durch die allzu frühe Differenzierung im österreichischen Schulsystem sei aber nicht der einzige Grund für seinen Appell für eine rasche Einführung der Gesamtschule: „Das zeige auch der Vergleich von Deutschland mit Österreich. In Deutschland sei die Zahl von Schülern, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und gute Schulnoten bekommen, gestiegen, in Österreich sei genau das Gegenteil passiert. Wenn man in Österreich so weitermache, produziere man mit diesem Schulsystem Menschen ohne große Zukunft“, sagt Brauchle.
Weil die neue Vorarlberger Bildungslandesrätin der Pädagogischen Hochschule offen gegenüber stehe und im Bereich der Ausbildung gleich denke, hege er hohe Erwartungen an Schöbi-Fink.

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Im Radio nachhören: Vortrag Ahmad Mansour: Religiöse Radikalisierung bei jungen Menschen

Ahmad Mansour  Bild: ubg
Ahmad Mansour Bild: ubg

Link zum Teil 1 der > ORF Vorarlberg Radio - Sendung 'Kultur nach 8 vom Mittwoch, 31. 01. 2018:

Kultur nach 8 sendete den ersten Teil des Vortrages von Ahmad Mansour.

 

Teil 2 wird morgen gesendet.

 

Mansour kam auf Einladung der UBG und gemeinsam mit dem ORF wurde sein Vortrag im ORF veranstaltet. 

 

>>> Zum Bericht von Rebekka Moser über den Vortrag von Ahmad Mansour:

>>> Fotos von der Veranstaltung:

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Vortrag Ahmad Mansour: Religiöse Radikalisierung bei jungen Menschen – Ursachen und Präventionsmaßnahmen für Pädagogen

Ahmad Mansour  Bild: ubg
Ahmad Mansour Bild: ubg

Dran bleiben! Das ist einer und wohl der wichtigste von vielen Ratschlägen des Radikalisierungsexperten Ahmad Mansour für Pädagogen. Der Psychologe sensibilisierte auf einem von der unabhängigen Bildungsgewerkschaft organisierten Vortrag im ORF Landesstudio für die zunehmende Radikalisierung muslimischer Jugendlicher.

 

>>> ORF Vorarlberg Radio - Sendung 'Kultur nach 8 ( oder doch 6 )' heute Abend:

In dieser Sendung gibt es einen ausführlichen Bericht über diese Veranstaltung

 

>>> Zum Bericht von Rebekka Moser über den Vortrag von Ahmad Mansour:

Fotos:

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Lichtermeer für mehr Menschlichkeit 2.2. 2018

Eine Initiative der Tankstelle Bregenz, des Freundeskreises für Flüchtlinge in Höchst,
dem Ski-Schuh-Tennis Orchestra und vielen anderen...


"Wir wollen uns im Lichtermeer versammeln, als klares Zeichen für mehr Menschlichkeit. Gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus.

Verschärfte Abschiebepolitik – Nazilieder – fragwürdige Regierungsmitglieder – der Tod von Ute Bock. Mehr als genug Gründe ein Zeichen zu setzen.

Für ein weltoffenes und tolerantes Miteinander.
Treffpunkt: Freitag, 2.2.2018 um 17 Uhr am Kornmarktplatz Bregenz

Weitersagen und Kommen! Bitte bringt eine Kerze mit!"

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Modellregion Vorarlberg – Nur ein Klotz am parteiideologischen Bein der ÖVP?

Aus für die Gemeinsame schule in Vorarlberg? Bild: spagra
Aus für die Gemeinsame schule in Vorarlberg? Bild: spagra

Nach dem VN-Interview mit der neuen Vorarlberger Bildungslandesrätin Schöbi-Fink ist die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung der Gemeinsamen Schule in der Modellregion Vorarlberg nur mehr sehr gering. Wer von der Nachfolgerin Bernadette Mennels, die das ambitionierte Projekt „Modellregion Vorarlberg“ auf Schiene gebracht hat, klare Worte der Unterstützung erwartet hat, wurde enttäuscht. Obwohl es einen Beschluss des Landtages mit den Stimmen aller Parteien für die Umsetzung der Gemeinsamen Schule im Rahmen der Modellregion Vorarlberg gibt, ist Schöbi-Fink schon zufrieden, wenn „durch unsere Schullandschaft noch mehr als bisher ein Ruck geht“.

 

Originalzitat dazu aus dem Interview auf die Frage: 

Können Forschungsprojekt und Modellregion auf Grundlage der Regierungspläne überhaupt noch ein Thema sein?

Schöbi-Fink: „Wir haben im Landtag mit den Stimmen aller Parteien beschlossen, dass wir die Empfehlungen des Forschungsprojekts Schritt für Schritt umsetzen. Am Ende dieses Prozesses, bei dem die Experten von acht bis zehn Jahren ausgehen, schlagen diese eine gemeinsame Schule vor. Jetzt sind wir seit gut zwei Jahren auf diesem Weg. Wenn wir es schaffen, dass durch unsere Schullandschaft noch mehr als bisher ein Ruck geht, dass die Schulen, die bei den Themen Ganztagsschulen, innere Differenzierung, Talente fördern, schon sehr weit auf ihrem Weg sind, anderen Mut machen, auch Mut zur Veränderung, dann haben wir viel erreicht.“
Kurz: Soll heißen, weil die türkisblaue Koalition die Gesamtschule nicht will, müssen wir uns auch nicht mehr für die Modellregion in Vorarlberg stark machen!"


So einfach wird man den Klotz am parteiideologischen Bein los - glaubt die Ländle-ÖVP.   

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"Dran bleiben!" Ratschlag des Radikalisierungsexperten Ahmad Mansour für Pädagogen

Ahmad Mansour  Bild: ubg/vith
Ahmad Mansour Bild: ubg/vith

Dran bleiben! Das ist einer und wohl der wichtigste von vielen Ratschlägen des Radikalisierungsexperten Ahmad Mansour für Pädagogen. Der Psychologe sensibilisierte auf einem von der unabhängigen Bildungsgewerkschaft organisierten Vortrag im ORF Landesstudio für die zunehmende Radikalisierung muslimischer Jugendlicher.

 

Ein Bericht von Rebekka Moser über den Vortrag von Ahmad Mansour

 

(ORF-Bericht über den Vortrag: V-Heute)


Düster ist es das Bild, das der Programmdirektor der „European Foundation for Democracy“
zeichnet. Unsere Gesellschaft habe der Radikalisierung muslimischer Jugendlicher kaum etwas entgegenzusetzen und jedes gesellschaftliche Problem sei auch ein Problem von Schulen und somit von Pädagogen. Mansour weiß, wovon er spricht.  Nicht nur die jahrelange Beratung radikalisierter Jugendlicher, sondern auch seine eigenen Erfahrungen machen ihn zum Experten. Der Bestsellerautor lebt heute in Berlin, aufgewachsen ist er aber als muslimischer Israeli - eine Kindheit mit Konfliktpotential. Rückblickend weiß er sehr gut, warum er beinahe selbst zum radikalen Muslim geworden wäre. Er war ein Außenseiter, ein Streber ohne Freunde und ein geeignetes Opfer für den Imam der heimischen Moschee. „Es ist ein Machtgefühl, das man auf einmal spürt. Man fühlt sich besser als alle anderen und man gehört zu den moralisch Guten, die Druck ausüben können“, sagt das ehemalige Mobbingopfer Mansour und räumt mit einem Klischee der Radikalisierung auf.

Elitärer Stolz statt Angst
Nicht Diskriminierungen stehen am Anfang einer Radikalisierung, sondern Lebenskrisen wie zerrüttete Familien, Krankheit und Tod, psychologische Traumata oder das Fehlen der Vaterfigur. Salafismus entstehe nicht aus dem Nichts, er setze genau dort an, wo Jugendliche am empfindlichsten sind - bei der Suche nach der eigenen Identität, der Sehnsucht nach dem Dazugehören. Die

radikalen Muslime holen Jugendliche ab. Sie unterstützen, bieten Ordnung und Sicherheit nach einer oft verzweifelten Suche nach Sinn. Sie ersetzen nicht selten auch den Vater, wichtig für Jugendliche, die mit patriarchalischen Strukturen groß geworden sind. Plötzlich hat man Halt und ist jemand. Der kleine Ahmad hat seinen Mitschülern gesagt, was haram und was halal ist, seiner Mutter hat er vorgeworfen, dass sie keine richtige Muslima sei ohne Kopftuch und der Imam war stolz auf ihn. Genau so funktioniere dieses Muster auch heute noch.

Strategien für Pädagogen
Salafisten seien gute Sozialarbeiter, die Jugendlichen Bewältigungsmechanismen für Krisen zur Verfügung stellen. Orientierungslose Jugendliche biete der extreme Islam und sein absoluter Buchstabenglaube Halt. Genau hier gelte es, als Lehrer anzusetzen. Auf Augenhöhe diskutieren, hinterfragen und gemeinsam diskutieren so oft und so viel wie möglich. Gespräche ohne Vorwürfe, aber mit vielen Fragen, können radikale Tendenzen abfangen. Nur eine eigne Meinung mache kritisch. Vielen muslimischen Kindern und Jugendlichen fehle laut Mansour eine Streitkultur vollkommen. Man hinterfrage nicht, weil man es schlicht und einfach nicht gelernt hat und zudem durch Angst geprägt sei. Der Diplom Psychologe führt ein einfaches Beispiel an. Für die Mehrheit der Christen ist die Hölle nur noch ein Gedankenkonstrukt, für die meisten Muslime sei sie aber eine Tatsache. Ein Werbeslogan für den islamischen Staat – „der Tod stirbt nicht“ – bringt diese Einstellung auf den Punkt. Für Radikale zähle nur der Glaube im Leben, nicht die Familie, nicht der Job, nichts Irdisches im Vergleich zu Allah und dem Paradies.

Umdenken gefordert
Mansour spricht in seinem Vortrag mehrmals von falscher Toleranz und zu viel Freiraum, den wir in unserer Gesellschaft dem Extremismus lassen. Besonders klar ist er dabei, wenn  es um den politischen Islam und seine Organisationen oder Vereine geht. Der Psychologe macht aber auch deutlich, dass eine Radikalisierung von Schülern auch schleichend sein kann und im Kleinen stattfindet. Besonders an Schulen gelte es, jeden Tag Stellung zu beziehen und Toleranz nicht falsch auszulegen. Mansour führt mit dem Schwimmunterricht für Mädchen ein praktisches Beispiel aus dem Schulalltag an. „Wir helfen dem muslimischen Mädchen nicht, wenn wir eine Befreiung zulassen,  im Gegenteil wir akzeptieren und unterstützen, dass es nicht gleichberechtigt ist.“  Vor allem bei den konservativen Geschlechterrollen sei anzusetzen, wenn man Extremismus im Alltag bekämpfen wolle und bei der Digitalisierung. Man überlasse den Extremen das Propagandafeld und kämpfe mit wertlosen Broschüren gegen übermächtige soziale Medien. Mansour wendet sich am Ende seines Vortrages und auch in der anschließenden Diskussion an die anwesenden Schüler: „Das ist euer Thema, Ihr könnt die Welt ändern!“

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Von den „seperaten Deutschklassen“ über das „dreistündige Deutschkursprogramm" zum „Projekt Förderklassen“ = quasiseparate Deutschklassen

Bild: spagra/Wiesner
Bild: spagra/Wiesner

Wie vor zwei Wochen berichtet, staunten die türkisblauen Strategen nicht schlecht, als ihr Bildungsminister Faßmann seine Vorstellungen im Ö1 – Interview, wie er sich die Förderung jener Schüler/innen, die nicht ausreichende Deutschkenntnisse besitzen um dem Unterricht folgen zu können, konkretisierte. Jene Schüler, die nicht ausreichend die Landessprache beherrschen, sollen beispielsweise drei Stunden pro Tag in einem Kursprogramm Deutsch lernen und in der restlichen Unterrichtszeit am normalen Unterricht in der Klasse teilnehmen. Das sorgte natürlich für Verwirrung, steht doch im türkisblauen Regierungsprogramm: „Deutsch vor Regelunterricht mit eigenen Deutschklassen", wie Mölzer (FPÖ) sofort dem schwarzen Minister über den Kurier ausrichtete. Man werde das noch mit Faßmann ausdiskutieren. Ein paar Stunden später meinte Faßmann, dass er sich selbstverständlich zum Regierungsprogramm bekenne … (siehe auch: „Faßmanns Klarstellung zu den Herbstferien und Widersprüche bei Deutschklassen“)

 

Quasiseparaten Deutschklassen

Schnell, auffallend schnell wurde daraufhin von Kurz und Strache das „Projekt Förderklassen“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um die Einrichtung von „quasiseparaten Deutschklassen“: Die "außerordentlichen Schüler", das sind Kinder, die nicht ausreichend Deutsch können, sollen künftig in eigenen Sprachförderklassen gesondert unterrichtet werden. Neu und nicht den Vorgaben des Regierungsprogramms entsprechend, ist der gemeinsame Unterricht mit ihren Altersgenossen im Werk-, Turn- und Zeichenunterricht. Damit will man offensichtlich Kritikern zuvorkommen, die davor warnen, dass separate Deutschklassen die Gefahr einer Ghettobildung in sich tragen. Nur mit gemeinsamen Werk-, Turn- und Zeichenunterricht wird man dieses Problem zwar vom Tisch, aber nicht aus der Schule reden können.


Schnellschuss mit vielen Fragezeichen

Bisher wissen Kurz und Strache noch nicht, wie das Modell in der Praxis funktionieren soll. Weder die Gestaltung der erforderlichen Schulorganisation, eine ungefähre Kostenschätzung, noch die Frage, wie viel neuen Planstellen dafür überhaupt erforderlich sind und wie diese geschaffen werden sollen, gibt es irgendwelche Vorstellungen. Heftige Kritik gab es deshalb aus den Reihen der Schulverwaltung in Vorarlberg (VN: Viel Kritik an isolierten Deutschklassen - Mehrere Vorarlberger Schulvertreter halten Sprachsonderklassen für problematisch ..). Pflichtschullandesschulinspektorin Karin Engstler sagt gegenüber der VN, dass sie diesen Plänen skeptisch gegenüberstehe: „Wie will man das in der Praxis machen? Da gibt es extra Deutschklassen sowie Regelklassen und auf einmal stoßen Schüler der Deutschklassen in die Regelklassen. Wie will man das so ohne weiteres machen und woher kommen die dafür benötigten zusätzlichen Lehrer und Klassenräume?“
Zumindest sind zwei wichtige Fragen geklärt
Schüler/innen, die die Förderklasse erfolgreich abgeschlossen haben, also in den jedes Semester durchgeführten Tests die für den Regelunterricht ausreichenden Deutschkenntnisse nachweisen können, dürfen künftig nur mehr "in begründeten Fällen beziehungsweise Ausnahmen" in die nächste Schulstufe aufsteigen dürfen. So steht es zumindest im am Mittwoch im Ministerrat beschlossene Einigung vor. Nach dem Wechsel in die Regelklasse ist für die Schüler/innen noch eine Förderung von sechs Stunden pro Woche neben dem Unterricht vorgesehen. Geplant ist auch eine verbindlichen und strukturierten Sprachförderung in den Sommermonaten. 
Das kann auch Kinder mit deutscher Muttersprache betreffen. Aber da setze der Minister "auf den Hausverstand" der Lehrer/innen den Förderbedarf vor Ort unbürokratisch zu ermitteln. (derstandard.at)

Heftig Diskutiert wird das türkis-blaue Schulkonzept zu den separaten Deutschklassen. Wobei sich die Befürworter und Kritiker gefühlsmäßig die Waage halten.
Ein interessanter Vergleich der Vor- und Nachteile findet sich im derStandard.at „Was für und gegen separate Deutschklassen spricht“.
Zu vier zentrale Themenbereichen werden die Argumente dafür und dagegen gegenübergestellt. 

Trennung nach Sprachkenntnis, bis zu zwei Jahre in Extraklasse, Tests und Kontrolle und Schulreife an Sprache knüpfen

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Neu ab Schuljahr 2018/19: Verpflichtendes Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräch

Bild: spagra
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Für die Lehrer/innen gelten die Bestimmungen im Beamtendienstrechtsgesetz über „Mitarbeitergespräch und Teamarbeitsbesprechung“ nicht (siehe BDG § 213d).

Aber ab dem Schuljahr 2018/19 muss die Schulleitung Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräche mit dem Lehrpersonal führen und dokumentieren.

Das ist zwar kein Ersatz für ein ausführliches und thematisch breit gefächertes Mitarbeitergespräch, aber zumindest wird damit ein wichtiger Bereich der Schule und des Lehrberufes, die Fort- und Weiterbildung aufgewertet. Die entsprechende gesetzliche Verankerung erfolgte im Rahmen des neuen Bildungsreformgesetzes. Und zwar im (neuen) Paragrafen § 213e Beamtendienstrechtsgesetz (BDG):
BDG § 213e. (1) Die Schulleitung (Schulcluster-Leitung) hat mit jeder Lehrperson regelmäßig einzeln oder in Kleingruppen Gespräche zur Planung der individuellen Fort- und Weiterbildung für die kommenden drei Schuljahre zu führen. Die Ergebnisse dieser Gespräche sind schriftlich zusammenzufassen und von der Schulleitung (Schulcluster-Leitung) sowie der Lehrperson zu unterfertigen. Eine Ausfertigung dieser Zusammenfassung verbleibt bei der Lehrperson.
(2) Die Führung der Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräche darf einer Abteilungsvorstehung oder einer Fachvorstehung bezüglich der diesen unterstehenden Lehrpersonen ganz oder zum Teil übertragen werden. Eine Ausfertigung der Zusammenfassungen ist der Schulleitung (Schulcluster-Leitung) zu übermitteln.


Dazu die Erläuterung (Seite 173) zum § 213e:

Die Schulcluster-Leitung oder die Schulleitung hat mit jeder Lehrperson regelmäßig einzeln oder in Kleingruppen Gespräche zur Planung der individuellen Fort- und Weiterbildung für die kommenden drei Schuljahre zu führen. Beim Fort- und Weiterbildungsgespräch handelt es sich um eine verpflichtende individuelle Aus- und Weiterbildungsplanung unter Berücksichtigung gesamtschulischer Bedarfslagen. Eine solche einzeln oder in Kleingruppen erfolgende "regelmäßige" Führung solcher Fort- und Weiterbildungsgespräche soll mit jeder Lehrperson zwar nicht jährlich, jedenfalls aber in einem Zeitrahmen von zwei bis drei Jahren jeweils mindestens einmal erfolgen. Die Ergebnisse dieser Gespräche sind schriftlich zusammenzufassen und von der Schulcluster-Leitung oder der Schulleitung sowie der Lehrperson zu unterfertigen. Eine Ausfertigung dieser Zusammenfassung verbleibt bei der Lehrperson. Die Führung der Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräche darf einer Abteilungsvorstehung oder einer Fachvorstehung bezüglich der diesen unterstehenden Lehrpersonen ganz oder zum Teil übertragen werden. Die mit der Führung der Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräche beauftragten Abteilungsvorstehungen und Fachvorstehungen haben eine Ausfertigung der Zusammenfassungen der Fort- und Weiterbildungsplanungsgespräche der Schulcluster-Leitung oder der Schulleitung zu übermitteln. (www.parlament.gv.at - S 173)

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Barbara Gessmann-Wetzinger zum Bildungsprogramm der ÖVP-FPÖ: „Sehe einen sehr negativen Ansatz“

Bild: spagra
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Barbara Gessmann-Wetzinger, Lehrerin und Vorstandsvorsitzende der ÖLI-UG, hat sich das Kapitel Bildung im Regierungsprogramm der ÖVP-FPÖ genau angeschaut.
Im Interview mit oeliug.at erklärt uns Barbara Gessmann-Wetzinger, was ihr an den bildungspolitischen Vorhaben der neuen Regierung Unbehagen bereitet.


oeliug.at: Wie lautete Ihre erste Bilanz nach dem Studium des Regierungspapiers?
Gessmann-Wetzinger: Grundsätzlich sehe ich einmal einen sehr negativen Ansatz:
Zum Beispiel die Stärkung der Aufsicht über Bildungseinrichtungen und die stärkeren Sanktions- und Kontrollmöglichkeiten.
Daneben werden schon lange selbstverständliche Dinge angepeilt:
Die verpflichtenden Fortbildungen sind Realität, die Einstellungserfordernisse gibt es und auch Sanktionsmöglichkeiten gibt es.
Wem gegenüber will die Regierung damit Durchsetzungskraft signalisieren, dem Stammtisch?

oeliug.at: Gehen wir die wichtigsten Aussagen im Regierungsprogramm durch. Wie beurteilen Sie, als Lehrerin, Personalvertreterin, Gewerkschafterin und last but not least als politisch interessierte Österreicherin diese Punkte?
Beginnen wir mit der Ankündigung, das laut ÖVP-FPÖ „bewährte differenzierte Schulsystem erhalten und ausbauen“ zu wollen.
Gessmann-Wetzinger: Das Ende unserer Träume, nein mehr – das Ende eines von der OECD mehrfach empfohlenen und im Österreich der vergangenen Jahre zaghaft angedachten Weges, mit dem der zu frühen Selektion österreichischer Kinder ein Ende bereitet werden soll.
Das bedeutet Schluss mit den Modellregionen für eine Gesamtschule und Schluss mit der Modellregion Vorarlberg, für die es sogar einen aufrechten Landtagsbeschluss gibt.

oeliug.at: „Auflösung Schulsprengel“?
Gessmann-Wetzinger: Das geht auf Kosten von Brennpunktschulen, weil dort keiner mehr hingeht, der es irgendwie vermag.
Das geht auf Kosten der dort übrig bleibenden Kinder.
Je schlechter die Durchmischung, umso schlechter der Ertrag für alle.

oeliug.at: Und die „bedarfsgerechte Schaffung von AHs-Unterstufenstandorten“ ….
Gessmann-Wetzinger: Wo bleibt der Rest? In Ghetto-Schulen?

oeliug.at: … und „Schulen für speziell Begabte“
Gessmann-Wetzinger: Sie verschärfen die soziale Selektion.

oeliug.at: Die Wiedereinführung der „fünfstufigen Benotung“ mit Ziffernnoten in der Volksschule hat bereits zu großen Protesten geführt. Wie sehen Sie das „Zurück zu den Ziffernnoten“?
Gessmann-Wetzinger: Individualisierung/Personalisierung hielten in den letzten Jahren Einzug in die Schulen. Wir haben gelernt Kinder und Jugendlichen nicht mehr über einen Kamm zu scheren und sind sicher, ihnen damit besser gerecht zu werden.
Ziffernnoten sind dabei oft hinderlich und haben wenig Aussagekraft.
Ich wünsche mir eine Leistungsbeurteilung die motiviert, die aufzeigt in welchen Teilbereichen gute Leistungen erbracht wurden und wo Verbesserungsbedarf besteht.
Ich plädiere zumindest für den Erhalt der Wahlmöglichkeit!
Für die Volksschulen bietet die verbale Beurteilung Transparenz, die eine Ziffernnote nie haben kann. Welchen Sinn macht es, SchülerInnen und Eltern wesentliche Informationen über den Leistungsstand des Kindes – etwa die gute Rechtschreibung oder den Aufholbedarf beim Lesetempo vor zu enthalten?
Für die NMS ist das derzeit 7 stufiges System nicht ideal, bietet aber einen großen Vorteil. Wird die gesamte Sekundarstufe, also AHS Unterstufe und NMS auf ein einheitliches Benotungssystem zurechtgekämmt, dann werden die Noten an schwierigen Standorten kaum mehr positiv sein können – welch verheerende Botschaft an die SchülerInnen, an die Eltern, an die LehrerInnen.
Darüber hinaus gäbe es Modelle, die aussagekräftiger als Noten sind und nicht demotivierend, wie schlechte Noten.
Das könnten etwa Lernzielkataloge sein, wo sämtlich zu erreichenden Ziele/Kompetenzen/Fertigkeiten gelistet sind und angekreuzt ist, was der Schüler/die Schülerin beherrscht.
Ein solcher Katalog könnte eine ausreichende wenn nicht bessere Grundlage für die Entscheidung welche Schule/Ausbildung als nächstes angestrebt werden soll, sein.

oeliug.at: Ein weiterer Aufreger ist die geplante „Transparente öffentliche Darstellung des Erfolges von Schulstandorten nach BISTA, Reife- und Diplomprüfungen“ und die „Verstärkte Datenanalyse mit transparentem Benchmarking“
Gessmann-Wetzinger: Beides ist für mich ein „No Go“ und möglicher Todesstoß für städtische NMS und andere Pflichtschulen mit sozial schwierigem Einzugsgebiet.
Die Maßnahmen erhöhen den Druck in ohnedies schon schwierigen Situationen, weil die Betrachtung der Grundvoraussetzungen, die Kinder mitbringen, fehlt. Das erzeugt eine Spirale nach unten. Eltern schicken die Kinder woanders hin. Darauf folgen weitere Probleme: Wer bewirbt sich dort noch als LehrerIn? Unverantwortliche Ghettobildung droht.
Das Signal an die Schulen im unteren Bereich einer Rangliste wäre verletzend:
„Das was ihr macht ist schlecht!„ wird das Urteil sein für KollegInnen, die in Wirklichkeit bis zur Selbstaufgabe aus dem Vorhandenen herausholen, was geht. Einfach undenkbar!
Wir können als Schule Standortprobleme und soziale Probleme nicht lösen! Da sind Gesellschaft und Politik gefordert.

oeliug.at: Weniger Beachtung haben bisher in der Öffentlichkeit die Punkte, „Änderung der Mittelbindung im Bereich einzelner Schultypen(NMS) – neues für alle Schultypen faires Zuteilungssystem“ und die „Auflösung des Bifie“, gefunden.
Gessmann-Wetzinger: Bedeutet das, das Ende der Doppelbesetzung von Hauptfachstunden in der NMS?  Die städtische NMS  ist fast immer ein Auffangbecken für Kinder mit Problemen. MigrantInnen mit Sprachproblemen,  Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen, Integrationskinder sowie  der Großteil der Flüchtlingskinder werden dort betreut. Doppelt besetzte Stunden sind dort kein Luxus sondern lebensnotwendig.
Das BIFIE legte auf Basis solide erhobener Daten die Finger in die Wunden des österreichischen Bildungssystems. Der regelmäßig herausgegebene nationale Bildungsbericht zeigt etwa auf, dass in Österreich Kinder von Akademikereltern mit höchster Wahrscheinlichkeit selbst maturieren, während gleich begabte Kinder aus bildungsfernen Schichten dieses Ziel nur selten erreichen.
Den Kläger abzuschaffen, wird die Probleme ungezählter SchülerInnen nicht lösen.
Das BIFIE bot darüber hinaus seit Jahren IKM-Testungen an, die LehreInnen dabei halfen den Unterrichtsertrag in ihren Klassen einfach und für viele Fächer auf mehreren Schulstufen zu evaluieren. Darauf möchte ich als Lehrerin einfach nicht verzichten.

oeliug.at: Wir nehmen an, dass sie mit der von Bildungsexperten scharf kritisierten „Erhaltung und Stärkung des Sonderschulwesens“ auch Ihre Probleme haben.
Gessmann-Wetzinger: Entgegen geltendem Recht – Österreich hat die UN-Konvention, auf deren Basis die inklusive Schule einzurichten ist unterzeichnet. Lassen wir uns nicht weismachen, dass Inklusion nicht funktioniert – die Südtiroler Schule beweist, dass das Gelingen der Inklusion eine Frage der Haltung und der zur Verfügung stehenden Ressourcen ist.

oeliug.at: Wie sehen Sie den „Chancenpass auf Grundlage von BISTA-Ergebnissen und weitere Tests, zur Auffindung des richtigen Ausbildungsweges“?
Gessmann-Wetzinger: Das klingt auf den ersten Blick gut. In der Pubertät ausgestellt, in einer Phase wo viele Jugendliche einfach weit ab vom Ziel, aber trotzdem mit viel Potential ausgestattet sind kann das ein fragwürdiges Angebot an junge Menschen sein. Hoffentlich werden mit dem Chancenpass nicht Bildungswege versperrt.

oeliug.at: Auch ein Reizthema: „Leistungsorientierung und ergebnisorientierte Entlohnung der LehrerInnen“
Gessmann-Wetzinger: Wie kann man die Leistung von LehrerInnen messen? Was zählt mehr? Einem begabten Kind zu Wissen und Können zu verhelfen, das über den Lehrplanzielen liegt oder einem schwer verhaltensauffälligen, sehr unkonzentrierten Kind zu mehr Sicherheit beim Lesen? Was zählt mehr? 30 gut begabte Kinder in einem Gymnasium Mathematik  zu unterrichten, oder dasselbe in einer 25-köpfigen VS-Klasse, in der vom behinderten Integrationskind über Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen, zwei traumatisierte Flüchtlingskinder noch 18 höchst unterschiedlich begabte Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen sitzen?
Wichtig: Ich möchte mit diesem Statement die Arbeit keiner Lehrperson egal welchen Schultyps abwerten.

 

oeliug.at: Macht es für Sie Sinn, dass Schüler, die Kernkompetenzen nicht erreichen, so lange im Schulverband verbleiben müssen, bis die Kompetenzen erreicht sind?
Gessmann-Wetzinger: Die Klassen in denen wir solche Jungendlichen sammeln werden, kann und möchte ich mir nicht vorstellen…chancenlos. 
Junge Menschen, die im Alter von 15 noch nicht über die Kernkompetenzen verfügen haben Probleme, die die Schule unter derzeit herrschenden Bedingungen nicht lösen kann: Motivation, Sprache, ganz selten auch Begabung. Diese jungen Menschen sperren wir dann in die Schule ein? Stattdessen wären speziell auf die Altersgruppe geschnittene Coachingkurse zwecks Berufsvorbereitung, Sprachkurse für MigrantInnen u.Ä. zielführend.
Ein  Gedanke schleicht sich ein: Sollen die LehrerInnen, die es nicht schafften, denen Lesen und Schreiben beizubringen sich gefälligst weiter um Sie kümmern. Wenn sie vorher besser gearbeitet hätten, hätten sie das Problem nicht. Eine völlige Verkennung von Realitäten.

oeliug.at: Fehlt Ihrer Meinung nach etwas Wichtiges im Regierungsprogramm?
Gessmann-Wetzinger: Ja, die Digitalisierung. Ich meine damit nicht Tablettes, nicht Laptops sondern eine Qualifikationsoffensive für LehrerInnen und ein Pflichtfach von der ersten Klasse an um die Jugendlichen mit einem Fundament auszustatten, das ihnen hilft in der digitalisierten Welt zu bestehen.

oeliug.at: Wir danken für das Gespräch

Barbara Gessmann-Wetzinger ist Lehrerin an der NMS Dr. Posch, Vorstandsvorsitzende der ÖLI-UG, Obfrau der TLI-UG, Mitglied der Bundesleitung der APS-Gewerkschaft, der GÖD-Bundeskonferenz,  der GÖD-ARGE-LehrerInnen, des ZA-APS-Tirol, der Landesleitung APS und des  Landesvorstandes der GÖD

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Lichtermeer für Ute Bock am HeldInnenplatz

Grafik: spagra
Grafik: spagra

Freitag, 2. Februar 17:00 - 19:00
Wien, Heldenplatz

 

Lichtermeer für Ute Bock auf dem Heldenplatz.

 

Veranstalter ist der Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock: 

 

Vor dem #UteBockHaus steht ein erster Bote für das Lichtermeer für Ute Bock am HeldInnenplatz. Den ganzen Tag über habt ihr uns wissen lassen, wie sehr Frau Bock fehlen wird; wie wichtig es ist, dass ihre Arbeit gerade jetzt, wo sie so dringend benötigt wird, auch weiter besteht. Danke für eure Anteilnahme. Danke für eure Worte und danke für eure Taten.
Und warum das alles? "Dass man am Ende seines Lebens sagen kann: Ich habe versucht, mein Bestes zu geben." - Ute Bock (Auf der FB-Seite des Vereins)

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In memoriam Ute Bock: Mama General

Ute Bock mit Houchang Allahyari und dessen Sohn Tom-Dariush bei der Vorpremiere des Films Bock for President (2009) Foto: Manfred Werner - Tsui Wikipedia
Ute Bock bei der Vorpremiere des Films Bock for President (2009) Foto: Manfred Werner - Tsui Wikipedia

ORF dokFilm In memoriam Ute Bock:Die verrückte Welt der Ute Bock

21.01.2018 23:06 Uhr:
Zivilcourage, Menschlichkeit und Solidarität waren die Grundpfeiler ihres Lebens. Ute Bock hat bis zuletzt ihr Leben der Flüchtlingshilfe gewidmet.
In diesem Film von Houchang Allahyari trifft die unermüdliche Flüchtlingshelferin auf Kabarett- und Filmgrößen wie Roland Düringer, Josef Hader, Karl Markovics, Dolores Schmidinger, Julia Stemberger, Andreas Vitasek und Viktor Gernot.
In dieser verrückten Welt tummeln sich verliebte Polizisten, gnadenlose Beamte, grantige Anrainer und Fremdenpolizisten, die von ihrem Gewissen geplagt werden. .......

ORF Hörbilder: In memoriam Ute Bock: Mama General - Ein Leben für die bösen Buben. Porträt von Cornelia Krebs

Ute Bock hat eine angenehme Stimme. Wenn sie verärgert ist, kann sie allerdings laut werden, sehr laut sogar. Und Frau Bock ärgert sich immer wieder. Wenn etwa die Junkies im Keller ihre Spritzen liegen gelassen haben. Oder wenn zum zweiten Mal im Monat die Küche in Flammen steht. Oder wenn die Nachbarin sich über die Flüchtlinge aus Schwarzafrika aufregt.......
Die ursprünglich für 20.01.2018 vorgesehene Sendung "Wenigstens eine Chance. Geschichte einer Kindesabnahme.", Feature von Christine Pramhas, wird voraussichtlich am 24.02.2018 gesendet.

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Ein höchst trauriger Tag für Österreich - Ute Bock ist tot

Ute Bock  Foto Manfred Werner - Tsui Wikipedia
Ute Bock Foto Manfred Werner - Tsui Wikipedia

Ute Bock zeigte uns, was wahre Zivilcourage, Solidarität und Menschlichkeit bedeutet. Sie setzte sich Zeit ihres Lebens und bedingungslos für Menschen in Not ein. Ihre Stimme, ihr Wirken und ihre meschliche Autorität wird uns gerade in diesen Zeiten fehlen ....
Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock: "In tiefster Betroffenheit müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass uns Frau Bock heute verlassen hat. Nach kurzer schwerer Krankheit ist sie heute um 4:40 im Kreise ihrer Schützlinge im Ute Bock Haus verstorben." Bis zur letzten Sekunde habe sich ihr ganzes Denken und Handeln um das Wohlergehen geflüchteter Menschen gedreht, hieß es in einer Aussendung des Vereins. Der Erfüllung ihres größten Wunsches, eines Tages überflüssig zu werden, sei man gerade in Zeiten wie diesen ferner denn je. „Tugenden wie Zivilcourage, Solidarität und Menschlichkeit hat uns Frau Bock zeit ihres Lebens gelehrt“, hieß es: „Ohne viele Worte hat sie einfach gehandelt, sich selbst hat sie dabei nie geschont.“
Bundespräsident Alexander Van der Bellen schrieb auf Twitter: "Mit Ute Bock verliert Österreich einen außergewöhnlichen Menschen. Sie setzte sich Zeit ihres Lebens und bedingungslos für Flüchtlinge, für Menschen in Not ein. Ute Bock hat uns gezeigt, was Menschsein bedeuten kann. In ihren Projekten wird ihr Engagement weiterbestehen."

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Radio Orange: Viel Kritik am Bildungsprogramm von SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen und ExpertInnen

Radio Orange Bild spagra
Radio Orange Bild spagra

Heute kamen in Radio Orange SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen und ExpertInnen zum Thema des Monats: „Die geplanten bildungspolitischen Vorhaben der neuen Bundesregierung auf dem Prüfstand“ zu Wort.
Für Jasmin Chalendi, Bundesvorsitzende der AKS (SchülerInnen) verdiene das geplante Bildungsvorhaben der Regierung „eine glatte Fünf“. Schüler/innen wollen „gemeinsam, voneinander in einer gemeinsamen Schule lernen“. Ohne ständigen demotivierenden Leistungsdruck. Die Regierung hingegen spreche „immer von Leistung, Leistung …“. In den 8 Seiten Bildungsprogramm komme 14 mal Leistung, 6 mal Wirtschaft und kein einziges mal Chancengleichheit vor.
Die Bundesvorsitzende der Österreichischen Lehrer/innen Initiative ÖLI-UG, Barbara Gessmann-Wetzinger, liefert eine tiefgreifende Analyse des türkisblauen Bildungsprogramms. Ihre Kompetenz im Bildungsbereich und ihre Praxiserfahrung verleihen ihren Ausführungen besondere Bedeutung. Die Lehrer/innenvertreterin kann am Bildungsprogramm wenig Positives finden. Dafür spannt ihre Kritik über die geplanten Maßnahmen einen weiten Bogen über das gesamte Bildungsprogramm:  Das Festhalten am differenzierten Schulsystem, dem Auflösen der Schulsprengel, dem Rückschritt zu der fünfstufigen Bewertung mit Ziffernnoten, der drohenden Ressourceneinsparung in der NMS, der Erhaltung des Sonderschulwesens, statt Förderung der Inklusion, dem unklugen Chancenpass und Schulranking und der unüberlegten Leistungs- und Ergebnisorientierten Bezahlung des Lehrpersonals.
Das Bildungsprogramm gehe in Summe von einem „negativen Ansatz“ aus. Da ist viel die Rede von Pflicht, Kontrolle, Sanktionen, Verschärfung und Ahndung. Statt Motivation und Chancengleichheit, nimmt Leistung, Kontrolle und Druck eine zentrale Rolle ein.
Karl Dwulit, Vorsitzender des Österreichischen Dachverbandes der Elternvereine, freut sich, dass die Elementarpädagogik jetzt in einem Bildungsministerium von Kindergarten bis zur Uni eingebunden ist. Aber bisher könne das Regierungsprogramm nur als Absichtserklärung gesehen werden, Es sei für ihn „nicht klar, was davon umgesetzt“ werde. Auf keinen Fall würde er Einschnitte im Zusammenhang mit den Mitbestimmungsrechten der Eltern akzeptieren. Er warte mit seiner Beurteilung, bis Konkretes auf dem Tisch liege.
Die Vorsitzende des ÖDKH (ElementarpädagogInnen), Raphaela Keller, sei bei der Beurteilung des Bildungsprogramms „vorsichtig skeptisch“. Vor allen befürchtet sie, dass sich im Rahmen der Ausbildung der Elementarpädagog/innen nichts ändern wird. Die zentrale Forderung des ÖDKH sei die tertiäre Ausbildung der Kindergartenpädagog/innen. Kritisch sieht Keller auch die geplante Leistungsfeststellung der Kinder: „Da sträuben sich mir die Haare!“, und die Beibehaltung der viel zu großen Gruppen, also dem im internationalen Vergleich extrem schlechten Betreuungsverhältnis in den Kindergärten.
Peter Hofmann, Obmann von der NGO „jedesK!ND“, konzentriert sich in seiner Kritik am Bildungsprogramm der neuen Regierung auf die geplante „Sprachfeststellung“, die „Standardisierungstendenz“ und der „Chancengleichheit“, die de facto im Bildungsprogramm nicht vorkommt.
>>> Hörenswert!

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Verschiebung der NOST ist die schlechteste mögliche Entscheidung

Heinz_Fassmann Fotowikipedia CC-BY-SA 3.0 License 1.3
Heinz_Fassmann Fotowikipedia CC-BY-SA 3.0 License 1.3

Wie Berichtet, wurde der verpflichtenden Start der Neuen Oberstufe (NOST) um zwei Jahre auf SJ 2021/22 verschoben.

Aber nicht alle Betroffenen sind mit dieser Entscheidung „glücklich“.

Denn es gibt nicht nur KollegInnen, die aufatmen, wenn die NOST in Frage gestellt wird, sondern auch jene, die das frustriert, weil an ihrer Schule die NOST funktioniert und sie viel Arbeit und Herzblut für das Gelingen hineingesteckt haben. In Schulen, an denen die NOST zwar mit großen Hoffnungen und viel Einsatz aller Betroffenen eingeführt wurde, aber nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt werden können, ist der Unmut darüber jedenfalls nachvollziehbar, dass sie die „ungeliebte“ Neue Oberstufe weiterführen müssen und keine Wahloption mehr haben. Vor allem, weil durch die neuerliche Verschiebung die Wahrscheinlichkeit gestiegen ist, dass die NOST in zwei, drei Jahren endgültig Geschichte sein wird. Also viel Arbeit für Nichts?
Die schlechteste mögliche Entscheidung
Die Verschiebung der NOST um weitere zwei Jahre schlechteste mögliche Entscheidung. Sie schafft nur weitere Unsicherheit und Frust an den Schulen. Allen Betroffenen muss doch klar sein, dass auf Dauer nicht zwei komplett unterschiedliche Systeme der Schulorganisation parallel funktionieren können. Anstatt eine klare Entscheidung zu fällen, die derzeitige Form der NOST abzuschaffen oder ohne weitere Verzögerung verpflichtend einzuführen, wird, wie gehabt, weiter lamentiert. Offenbar ist Entscheidungsschwäche in der Bildungspolitik auch in der "neuen Politik" ein bestimmender Faktor. Und die türkis angehauchten AHS-Gewerkschafter feiern jetzt diese "feige" Entscheidung auch noch medial ab.

Ist Retroschulsystem das Ziel?

Ursula Göltl (ÖLI-UG) unterrichte an einer AHS, die vor über 10 Jahren ein modulares System entwickelt hat. „Für uns ist die Frage höchst relevant, ob die neue Regierung mit dieser Maßnahme Neueinsteigern mehr Zeit für die Umstellung geben will, oder ob alle Innovation zurückgefahren werden sollen. Dann wird sich zeigen, ob ein Retroschulsystem das Ziel ist“, ärgert sich die engagierte AHS-Lehrerin. Erstaunlich schnell sei es "der Lehrergewerkschaft" gelungen beim neuen Minister Gehör zu finden. „Dabei kann es sich nur um die Gewerkschaftsspitze handeln, wir von der Öli-UG vertreten in der AHS-Bundesleitung der GöD 21% der Kolleginnen und Kollegen und wurden in diese Gespräche nicht eingebunden“, stellt Ursula Göltl klar.

Raunzerei nachgegeben

Auch der Landesschulinspektor für kaufmännische Schulen im Stadtschulrat Wien, Mag. Fred Burda, ärgert sich dazu in einem FB-Kommentar. Für ihn ist die neuerliche Verschiebung der NOST „offenbar auf Druck der AHS-Gewerkschaft entstanden. Wir sind gut aufgestellt. Fazit: wir sind eine Republik, wo jeder Raunzerei nachgegeben wird.“

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VLI und UBG erinnern die designierte Landesrätin an unerledigte Aufgaben

Grafik: spagra
Grafik: spagra

Die Vorarlberger Lehrer/innen Initiative (VLI) und die Unabhängige Bildungsgewerkschaft (UBG) haben heute eine Presseaussendung zur Neubestellung der Landesrätin Schöbi-Fink ausgeschickt und in dieser auf die vielen Baustellen in der Vorarlberger Bildungslandschaft hingewiesen, die es dringend zu beheben gäbe.


Zahlreiche Herausforderungen warten auf einen frischen Wind. Es sind gleich einige Baustellen, die nicht nur eine Besichtigung verlangen, sondern aktiv angegangen werden müssen, von der PädagogInnenausbildung an der PHV über die Schule der 10-14 Jährigen, den sozialen Herausforderungen bis hin zum Thema Schulbauten und -sanierung und der Etablierung der Bildungsdirektionen …….


>>> Presseaussendung

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Presseaussendung der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft ( UBG) und der Vorarlberger LehrerInneninitiative ( VLI )

Grafik: spagra
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VLI und UBG erinnern die designierte Landesrätin an unerledigte Aufgaben


Die Vorarlberger LehrerInnen Initiative und die Unabhängige Bildungsgewerkschaft wünschen der zukünftigen Landesrätin alles Gute und hoffen, dass ihr Wirken in dieser Funktion im Sinne einer erfreulichen Entwicklung der Schulen in Vorarlberg erfolgreich sein wird.
Zahlreiche Herausforderungen warten auf einen frischen Wind. Es sind gleich einige Baustellen, die nicht nur eine Besichtigung verlangen, sondern aktiv angegangen werden müssen, von der PädagogInnenausbildung an der PHV über die Schule der 10-14 Jährigen, den sozialen Herausforderungen bis hin zum Thema Schulbauten und -sanierung und der Etablierung der Bildungsdirektionen.

PH V
Die Ausbildung der SekundarstufenlehrerInnen bricht in Feldkirch de facto weg, der notwendige LehrerInnen-Nachwuchs kann mit den AbsolventInnenzahlen der PH in Zukunft nicht mehr gedeckt werden. Die Stimmung unter den Lehrenden ist inzwischen auf einem Tiefpunkt angelangt. Dazu trägt auch die vom Rektorat forcierte Ausrichtung auf Forschung ihren Teil bei. Eine der wenigen tertiären Bildungseinrichtungen in Vorarlbergs steht durch diese Entwicklung auf sehr wackeligen Beinen.

Schulbauten
Zu den Aufgaben der Landesrätin wird es auch gehören, sich einmal einen Überblick über den baulichen Zustand der höheren Schulen zu verschaffen und die dringend nötigen Sanierungen und Neubauten in Wien durchzubringen.

Supportpersonal
Längst überfällig ist das zusätzliche Unterstützungspersonal an den Schulen, hier vor allem an den höheren Schulen. Die Erhöhung der Stundenkontingente für die Social Networker ist schon längst überfällig.

Berufsschulen
Es reicht nicht, die Lehre als zukunftsträchtige Ausbildung anzupreisen. Die Qualität der Ausbildung für BerufsschullehrerInnen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert, aber auch die
Ausbildungsbedingungen für die angehenden LehrerInnen sind völlig unattraktiv geworden.

NMS
In pädagogischer Hinsicht gibt es vor allem in den NMS viel Frust. Als vor 8 Jahren die NMS ohne Probelauf in Vorarlberg fast flächendeckend eingeführt und die Leistungsgruppen ohne Alternative abgeschafft wurden, dienten die LehrerInnen und SchülerInnen in den Folgejahren als Versuchskaninchen.

Schnittstellen
Bis heute sind die einzelnen Schultypen und –bereiche praktisch wie fremd nebeneinander. Es ist allen bekannt, dass die Übergänge problematisch sind und doch gibt es praktisch kaum einen Austausch darüber.

Schule der 10 – 14 Jährigen
Ein ambitioniertes Forschungsprojekt reicht womöglich für die Karriereplanung der BetreiberInnen, für die Praxis und für eine erfolgreiche Umsetzung braucht es wohl mehr. Die politischen Rahmenbedingungen sind derzeit so, dass dieses Projekt kaum eine Chance auf Realisierung hat, auch wenn sich die Landes-ÖVP gegen den kleinen Kreis der Pro-Gymnasiasten durchsetzen könnte.

Für die zukünftige Landesrätin gibt es also einiges zu tun. Wir möchten ihr vor allem auch nahelegen, den Dialog mit den LehrerInnen - also mit den ExpertInnen in der Schule - zu suchen und zu pflegen.

Rückfragehinweis:
Gerhard Rüdisser, Obmann (UBG), gerhard.ruedisser@vol.at 0664 – 2116192 Gerhard Pušnik, Obmann (VLI), vli.pusnik@gmail.com 0664 - 3918646

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Mach mit #lernegerne : Gib den Notenbefürwortern weder gute noch schlechte Noten – gib ihnen zu denken!

Mach mit #lernegerne ! Grafik: spagra
Mach mit #lernegerne ! Grafik: spagra

#lernegerne
Eine gute Schule ist dir wichtig? Du bist auch davon überzeugt, dass das meiststrapazierteste Argument, die Ziffernnoten seien gerechter als eine verbale Beurteilung, mit Verlaub, ein „Schmarren“ ist. Die Bewertung mit Ziffernnoten ist nur „scheinbar gerecht“, denn sie ist kaum aussagekräftig, so gut wie nicht valide, sehr ungenau, deshalb absolut unzuverlässig und alles andere als objektiv. Das sind die Erkenntnisse aus den diesbezüglichen Erfahrungen seit einigen Jahrzehnten.
Wie würdest du reagieren, wenn dein Arzt deinen Gesundheitszustand ausschließlich über eine fünfteilige Notenskala beurteilen würde? Ein guter Vergleich. 
Mach also mit, sag es weiter, gib den Notenbefürwortern weder gute noch schlechte Noten – gib ihnen zu denken!

Und so einfach geht´s: 

Am 8.1.18 um von 8°° - 18°° sollten dann viele Menschen via Twitter sich zu Wort melden (mit Texten, Videos, Beiträgen aller Art): #lernegerne

Alle SchülerInnen ebenso wie alle Erwachsenen (Eltern, LehrerInnen, alle anderen) ebenso wie alle anderen interessierten Menschen in Österreich und darüber hinaus aufgerufen, in den digitalen Kommunikationsforen (facebook, instagram, snapchat usw.) persönliche, kurze und bündige Erfahrungsberichte auszuschicken:
1)DAS HAB ICH FÜR MEIN LEBEN GERN GELERNT (und dafür keine Noten gebraucht, nicht im Traum an Noten gedacht)
2)DAS HAB ICH IN DER SCHULE GUT UND GERN GELERNT (ganz ohne Noten, oder vielleicht auch trotz Noten)
3) DAS HABEN WIR IM MENSCHLICHEN MITEINANDER GELERNT (und dafür kann es gar keine Noten geben)

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LH Wallner für gemeinsame Schule in Vorarlberg auch ohne türkisblaue Unterstützung

Modellregion Vorarlberg Gemeinsame SchuleGrafik: spagra / freepik
Grafik: spagra / freepik

Wie derStandard.at berichtet, will ÖVP-Landeshauptmann Markus Wallner weiterhin die Gesamtschule in Vorarlberg umsetzen.

Wallner stellt sich damit gegen die Bildungspolitik von Kurz. Von der türkisblauen Bundesregierung sei „für eine gemeinsame Schule keine Unterstützung zu erwarten“, weder „Geld noch ein Gesetz“, stellte Wallner im Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" (02.01.18) fest.

Es sei sehr schwierig, in dieser Frage ideologische Gräben zu überwinden, aber das Vorarlberger Bekenntnis zur Modellregion für die gemeinsame Schule bleibe, nur der Weg sei steiniger geworden, kritisiert Wallner Kurz indirekt.

Grafik: Designed by Dashu83 / Freepik und spagra

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Noten und ihre Nebenwirkungen

Noten und ihre Nebenwirkungen  Grafik: spagra
Noten und ihre Nebenwirkungen Grafik: spagra

Kommentar von Peter Fischer (Kreidekreis 1-2018)

„Ziffernnoten sind ein feindlicher Agent im Reich des Lernens“ (Rupert Vierlinger).

„Wenn Noten rezeptpflichtig wären, hätte man sie schon lange aufgrund ihrer Nebenwirkungen vom Markt genommen!“ Zitat einer Volksschul- Direktorin.

Oder wie würden Sie reagieren, wenn Ihr/e Arzt/Ärztin über Ihren Gesundheitszustand die Note befriedigend oder genügend gäbe? Mit diesen Beispielen möchte ich nur zum Ausdruck bringen, dass die Bewertung mit einer Ziffernnote kaum aussagekräftig, valide, reliabel oder gar objektiv ist.
Das sind aber genau die Kriterien, die nicht nur in der Wissenschaft Standard sind, sondern in vielen Bereichen unseres Lebens. Aber in unserem Bildungssystem – der Basis jeder Gesellschaft – sollen diese nicht gelten? Zudem verstoßen beinahe alle
Bildungseinrichtungen, die Ziffernnoten geben, gegen die Leistungsbeurteilungsverordnung. Denn wenn man z.B. die Definition von Sehr gut hernimmt, dann gäbe es kaum einen Einser:
„Mit „Sehr gut“ sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in weit über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, deutliche Eigenständigkeit beziehungsweise die Fähigkeit zur selbständigen Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt.“
Die Beurteilung der bis jetzt vorliegenden Pläne zur Schulreform der künftigen Koalition überlasse ich Ihnen!

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