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THEMA: Schulleitung

ÖVP und SPÖ haben es verabsäumt, Leiter*innenstellen attraktiv zu machen Bild:Joachim Wiesner
ÖVP und SPÖ haben es verabsäumt, Leiter*innenstellen attraktiv zu machen Bild:Joachim Wiesner

Presseaussendung der VLI, ÖLI-UG und UBG

ÖVP und SPÖ haben es verabsäumt, Leiter*innenstellen attraktiv zu machen


Wie von uns schon mehrfach aufgezeigt, sind Leiterstellen an Schulen ziemlich unattraktiv. Zudem sind in Höheren Schulen nur wenige Frauen in solchen Positionen zu finden. Auf den Punkt gebracht: „Von den LeiterInnen wird viel verlangt, sie sollen quasi Wunderwuzzis sein. Neben den pädagogischen Belangen ist ihr Tätigkeitsfeld sehr umfangreich: Von der Reinigung des Hauses über die Öl- oder Gasrechnung bis zu den Vorgaben für die zentrale Reifeprüfung, von Elternbeschwerden über die Öffentlichkeitsarbeit bis zur von oben verordneten Mangelverwaltung, gibt es eigentlich nichts, das nicht über den Schreibtisch von Schulleiter*innen geht. Außer Lob und Anerkennung blüht ihnen vor allem eines: viel Zeit in der Schule zu verbringen und für alles zuständig und verantwortlich zu sein“, meint Gerhard Pušnik. „Wir beobachten schon lange österreichweit die Tendenz zu Einzelbewerbungen. Das
aufwändige Bewerbungsverfahren bringt dann ja nichts mehr, Führungsqualität kann man so jedenfalls nicht sichern. Das Ministerium hat allerdings bisher alle Vorschläge unsererseits ignoriert. Solange es irgendwie läuft, sieht die Bildungsverwaltung keinen Grund, etwas zu unternehmen,“ hält der AHS-Lehrer*innen-Vertreter Gerhard Pušnik fest.

 

Es ist also kein Zufall, dass es in Höheren Schulen inzwischen überwiegend Einzelbewerbungen gibt und in Pflichtschulen z.T. überhaupt niemand mehr dafür gefunden wird. Jene, die über solche Rahmenbedingungen entscheiden, sitzen in einer Trutzburg und haben wenig Ahnung von diesem Job.
Die BMHS-Vertreterin, Katharina Bachmann bekräftigt diese Sicht: „Bei der Bildungsreform 2017 wurde von den Verhandlern verabsäumt, die Leiterstellen attraktiver zu machen, indem man sie von den kaufmännischen Agenden entlastet und auch finanziell aufwertet. Attraktiver könnte man das auch machen, wenn man diese Positionen zeitlich beschränkt und auch für Teams öffnet“.
Gerhard Rüdisser von der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft meint: „Wir wollen auf jeden Fall auch die Möglichkeit demokratisch von allen LehrerInnen gewählte, auf Zeit bestimmte Schulleitungsteams gesetzlich verankern. Die Aufgaben der Leitung einer Schule sind so umfassend und vielfältig, wir meinen, sie könnten besser von Teams erfüllt

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