Digitale Medien aktiv und gestalterisch im Unterricht einsetzen

Dr. Thomas Damberger  Bild: damberger.org/
Dr. Thomas Damberger Bild: damberger.org/

Vortrag Thomas Damberger zum Thema: „Lehren und Lernen im Zeitalter der Digitalisierung“ am Donnerstag, 7. Februar 2019 in der AULA der Landesberufsschule Bregenz. Der Experte für „Bildung im Digitalzeitalter“ kam auf Einladung der UBG, VLI und ÖLI-UG nach Bregenz. 

 

Vor allem im Bildungsbereich sind die fundamentalen Veränderungen durch die Digitalisierung spürbar
Das Digitalzeitalter ist die Zeit, in der wir leben. Die Zeit, in der die Digitalisierung in nahezu alle Bereiche des Lebens vordringt und diese zumindest zum Teil fundamental verändert. Und diese teils grundlegenden Veränderungen durch die Digitalisierung sind in vielen Bereichen spürbar, natürlich auch im Bildungsbereich. Es gibt laut Thomas Damberger zwei Möglichkeiten damit umzugehen: „Die ein besteht darin, dass wir sagen, so ist es nun einmal, die Zeiten ändern sich. Wir müssen mehr oder weniger anpassen. Das wäre ein mehr oder weniger reaktives Vorgehen.“ Das sei im Prinzip nicht falsch, aber es sei nun einmal ein beschränktes Handeln, meint Damberger und plädierte dafür, es anders anzugehen. „Zu schauen, was passiert da gerade. Was ist das, was mit der Digitalisierung wirklich einhergeht, was sind die Phänomene der Digitalisierung?“ Wenn man sich mit diesen Fragen beschäftigt, entwickle man eine Sensibilität dafür. „Ein Gespür dafür, wohin die Reise gehen könnte.“ Dann sei es leichter, digitale Medien in einer aktiven und gestalterischen Weise im Unterricht einzusetzen. In „einer pädagogisch sinnvollen Art und Weise“. Und darum ging es in diesem interessanten Vortrag von Thomas Damberger. Er spannte den Bogen von der Betrachtung einiger wesentlicher Phänomene der Digitalisierung und der Beantwortung der Frage, wie diese Erkenntnis konkret im Unterricht umgesetzt werden kann.


Das sogenannte digitale Zeitalter ist ein Zeitalter der Krise

Krisenzeiten sind Umbruchzeiten, und so liegt es nahe, dass sich im Zuge der Digitalisierung Lehren und Lernen teils fundamental verändern. Bekanntes und Gewohntes bricht ab, und etwas völlig Neues entsteht.
Die große Herausforderung für die Bildung insgesamt und für die Lehrenden und Lernenden im Speziellen besteht darin, das Neue als Neues und nicht als modernisierte Form des Bekannten zu erkennen. Nur so können die Potenziale, die für Lehr-Lernkontexte aus der Digitalisierung erwachsen, zur Entfaltung gebracht werden.
Krisenzeiten sind aber auch gefährliche Zeiten. Eine Krise kann den Untergang bedeuten. Der Vortrag wird sich mit beiden Möglichkeiten befassen, er wird das Bedrohliche und die Chance aufzeigen, die aus der Digitalisierung für die Pädagogik erwächst und nicht zuletzt eine Sensibilität für das zu erwecken versuchen, von dem die Digitalisierung lediglich ein – wenn auch wirkmächtiger – Ausdruck ist.

 

Thomas Damberger studierte bis 2009 Pädagogik und Philosophie und promovierte 2012 an der Technischen Universität Darmstadt mit einer kritischen Analyse pädagogischer und technologischer Versuche der Menschenverbesserung.
Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt der Goethe-Universität in Frankfurt, Vertretungsprofessor für Neue Medien in Lehr-Lernkontexten an der Goethe- Universität Frankfurt und Gastprofessor an der Universität Wien.
Seine Habilitationsschrift „Bildung im Digitalzeitalter“ wurde im September 2018 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eingereicht. Seit Oktober 2018 ist Thomas Damberger an der Privaten Pädagogischen Hochschule in Linz tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Medienbildung, Theorie und Philosophie der Bildung und Erziehung, Human Enhancement und Transhumanismus. 
ms

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