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Die Vorarlberger Wirtschaft sucht dringend Lehrlinge. Das hat Folgen für die Schulen.

Zielsubjekte der Lehrlingsanwerbung: Schüler/innen der AHS, BMHS und BMS Foto: Joachim Wiesner
Zielsubjekte der Lehrlingsanwerbung: Schüler/innen der AHS, BMHS und BMS Foto: Joachim Wiesner

Gerold Riedmann, Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten (VN) informiert in VN am Morgen als erste Schlagzeile: „1091 offene Lehrstellen“
Die duale Ausbildung ist nach wie vor das beliebteste Ausbildungsmodell der Vorarlberger Jugend. Bereits jetzt sind über 1700 Lehrverträge unterzeichnet, rund 900 sollen bis Ende August noch unterschrieben werden. Doch noch sind über 1000 Lehrstellen in allen Branchen offen. Einen Ausbildungsplatz suchen via Arbeitsmarktservice (AMS) derzeit aber nur 192 Jugendliche.

 

Schmerzhafte Folgen für die höheren Schulen
Das Fehlen von über tausend jungen Menschen für das Lehrstellenangebot der Wirtschaft wird heuer wahrscheinlich noch deutlich schmerzhaftere Folgen für die höheren Schulen, wie der AHS, BMHS aber vor allem der BMS - Fachschulen der HTL und HLW und Handelsschulen der HAK – haben als in den letzten Jahren. Es ist zu erwarten, dass die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung noch im Sommer, vor allem vor Schulbeginn (also den Wiederholungsprüfungen) massiv Werbung für die duale Ausbildung machen wird. Zielpersonen können in dieser Phase nur mehr jene Jugendlichen sein, die bereits einen Schulplatz fix haben und das neunte Schuljahr abgeschlossen haben. Und die Schulen „rechnen“ mit diesen Schüler/innen. Werden sie über die Ferien von den Ausbildungsbetrieben abgeworben, hat das oft negative Auswirkungen auf die Schulorganisation.

 

Keine Unterstützung für die betroffenen Schulen

Es in dieser Situation schon verwunderlich, dass weder von den für die Bildung verantwortlichen Politiker/innen noch aus dem Landesschulrat Reaktionen, geschweige denn Maßnahmen zum Schutz der betroffenen Schulen gegen die rücksichtslosen Abwerbungen von Schüler/innen gibt.

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